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284 Arbeitsplätze sind in Gefahr
IG Metall will um Autoliv-Standort in Braunschweig kämpfen – Werk arbeite mit Gewinn
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Januar 2012 Von Marion KorthBraunschweig. Airbags sollen einen sanften Aufprall garantieren. Die Belegschaft bei Airbag-Hersteller Autoliv erlebt derzeit das Gegenteil, den ungebremsten Absturz.
Detlev Kunkel, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Braunschweig, sagte am Montag, dass die Absicht besteht, das Werk in Braunschweig zu schließen. Die Gewerkschaft will um die 284 Arbeitsplätze kämpfen.Gerüchte über eine mögliche Schließung kursieren bereits seit Längerem. In den vergangenen eineinhalb Jahren hätten bereits 60 Mitarbeiter das Unternehmen Autoliv vor allem in Richtung Autovision und Wolfsburg AG verlassen.
„Freitag war kein guter Tag für Braunschweig“, sagte Kunkel bei einer Pressekonferenz am Montag. Es lief eine Verhandlung über den geplanten Arbeitsplatzabbau von 70 Stellen. Noch während der Verhandlung kam eine neue Nachricht, plötzlich war die Rede vom endgültigen Aus für den Braunschweiger Standort innerhalb der nächsten zwölf Monate. „Danach haben wir zwei Tage gewartet, die Verantwortlichen sollten das den Mitarbeitern selbst sagen“, erläuterte Kunkel. Doch die außerordentliche Betriebsversammlung am Montagnachmittag brachte wieder eine Überraschung. Eine halbe Stunde vor Beginn sei der Betriebsrat informiert worden, dass es keine Verkündung der Betriebsschließung geben werde, die formelle Grundlage dafür fehle noch. Es sei aber auch gesagt worden, dass sich am Sachstand nichts geändert habe. Autoliv-Betriebsratsvorsitzenden Heiko Tepperwien war die Anspannung ins Gesicht geschrieben: „Es ist frustrierend, dass dieser Eiertanz weitergeht.“ Das Werk arbeite mit Gewinn, sei hochmodern und effektiv. „Die Lohnquote liegt unter zehn Prozent, da muss sich ein anderes Land sehr anstrengen“, sagte Kunkel. Dennoch stünde eine Verlagerung nach Polen im Raum. Über die Gründe dafür kann Kunkel nur spekulieren, spricht von einer strategischen Entscheidung, Druck von der Kundenseite habe es seiner Kenntnis nach nicht gegeben. „Wir sind zu Verhandlungen und auch Einschnitten bereit, aber wir werden um die Arbeitsplätze und den Standort kämpfen“, betonte er. Zurück Diese Seite Drucken



