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Abholzung hat begonnen

Ausbau des Regionalflughafens: Holzernter seit Freitag im Einsatz

Veröffentlicht am Sonntag, 10. Januar 2010 Holzernter im Querumer ForstVon Marion Korth 

Braunschweig. Am Freitagmorgen sind die ersten Bäume für die Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens gefällt worden. „Es war eine kurzfristige Entscheidung“, sagte Ernst-Johann Zauner, Pressesprecher der Flughafenbetriebsgesellschaft.

Nicht, weil sich Gegenwehr formiert hätte, sondern weil eine Holzerntemaschine, ein so genannter Harvester, frei und das Wetter gut gewesen sei. Demnächst soll auch noch ein zweiter Harvester eingesetzt werden. Größere Bäume werden auf traditionelle Weise gefällt. Bis zum 28. Februar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
„Ich war heute morgen im Wald. Ich fühle eine ganz große Enttäuschung und auch Traurigkeit darüber, dass die Vernunft nicht gesiegt hat“, sagte Uta Ernst von der Bürgerinitiative Flughafen Hondelage-Dibbesdorf der nB. Unter dem Motto „Abschied vom Wald“ soll es am nächsten Sonnabend (16. Januar) noch einmal eine öffentliche Veranstaltung im Querumer Forst geben.
Der Naturschutzbund forderte unterdessen einen Stopp der Rodungsarbeiten. Der Ausbau, gegen den der Nabu erfolglos gerichtlich vorgegangen war, widerspreche allen Anforderungen an ökologisch verträgliches Verhalten, teilten der Nabu-Landesverband Niedersachsen und die Nabu-Bezirksgruppe Braunschweig mit. Die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH verwies darauf, dass als Ersatz auf mehr als 160 Hektar neuer Wald aufgeforstet werde. Das entspreche etwa dem Vierfachen der Fläche, auf der Bäume für den Flughafenausbau gefällt werden. Die Aufforstungsflächen seien so gewählt, dass damit Lücken zwischen bestehenden Waldflächen geschlossen werden.
Die Verlängerung der Start- und Landebahn werde den Forschungsstandort Braunschweig stärken und für mehr Sicherheit im Flugverkehr sorgen. Die Grünen, die gegen den Flughafenausbau sind, sprachen dagegen von einem „schwarzen Tag für Braunschweig“ und einem „schweren Schlag für den Natur- und Klimaschutz“. Sie kritisieren, dass die Stadt mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP zehn Millionen Euro für ein „reines Prestigeobjekt verschleudern“ würde. Die Bibs-Stadtratsfraktion nimmt den Beginn der Abholzung „mit Bestürzung“ zur Kenntnis, es würden unumkehrbare Tatsachen geschaffen.
Der Nabu hat festgestellt, dass längst nicht alle Bäume, in denen sich Höhlen und damit überwinternde Fledermäuse oder auch Siebenschläfer befinden können, offiziell kartiert worden seien. Weitere 247 Höhlenbäume seien gefunden und der Naturschutzbehörde gemeldet worden. Diese älteren Bäume zwischen jungen Buchen sollen zunächst erhalten bleiben, sagte Carlo Fuchs, Nabu-Vorsitzender in Braunschweig. Für Montag ist eine Begehung mit Behördenvertretern vorgesehen.

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