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Nummer vier in den Startlöchern
Parteien haben Verwaltung beauftragt, Konzept für vierte Gesamtschule auszuarbeiten
Veröffentlicht am Mittwoch, 23. April 2008 Von Marion KorthBraunschweig. Die drei Integrierten Gesamtschulen in Braunschweig müssen seit Jahren Schüler abweisen, weil es nicht genügend freie Plätze gibt. Aber jetzt könnte es doch noch etwas mit der vierten IGS werden.
Grüne und SPD haben seit Jahren immer wieder eine weitere Gesamtschule gefordert. Dass nun ausgerechnet ein gemeinsamer Antrag von FDP und CDU den Weg dafür ebnen soll, ist eben „höhere Politik“. An die Stadtverwaltung erging jedenfalls der von allen unterstützte Arbeitsauftrag, den politischen Gremien ein Konzept vorzulegen, wie die Errichtung umgesetzt werden kann. Schulgesetzgebung ist Ländersache, und in Hannover hieß es bislang ganz klar: keine neuen Gesamtschulen. Jetzt deutet sich allerdings an, dass das Niedersächsische Schulgesetz geändert wird und damit eine vierte IGS denkbar wird, wenn auch nicht bis zum Sommer. Es gibt einen guten Grund, warum die Forderung nach einer weiteren Gesamtschule für Braunschweig immer wieder auf die Tagesordnung des Rates gekommen ist: Seit Jahren übersteigt die Zahl der Anmeldungen die Aufnahmemöglichkeiten der Gesamtschulen. Die offiziellen Zahlen im Hinblick auf das nächste Schuljahr stehen noch nicht fest, dafür aber die Tendenz. „Das Interesse ist ungebrochen“, sagt Andreas Meisner, Leiter der IGS Franzsches Feld, der nB auf Anfrage. Die Informationsveranstaltungen an der IGS für Eltern und Kinder, die sich für eine Schulform entscheiden müssen, sind für ihn deutliches Trendbarometer.
Im vergangenen Jahr standen dann mehr als 300 Anmeldungen 104 freien Plätzen im fünften Jahrgang gegenüber. Dazu seien rund 150 Anträge auf Seiteneinstieg gekommen. In diesem Sommer wird es ähnlich werden.
„Als FDP-Fraktion wollten auch wir eine vierte eigenständige IGS“, sagt Daniel Kreßner, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion. Jetzt sei es gelungen, einen gemeinsamen Antrag mit der CDU auf den Weg zu bringen. „Aber wir haben keine andere Chance, als auf die Landesregierung zu schauen“, sagt Kreßner. Der bisherige Fahrplan sieht vor, dass noch vor dem Sommer ein Gesetzentwurf vom Landtag verabschiedet werden soll, in dem die CDU von ihrem 2003 erlassenen Neugründungsverbot für Gesamtschulen abrückt. Mit der FDP hat die CDU sich nach der Landtagswahl darauf verständigt, doch wieder Neugründungen zuzulassen, sofern ein Schulträger einen entsprechenden Antrag stellt, der Elternwunsch groß genug ist und eine neue IGS nicht den Bestand einer Schule des dreigliedrigen Systems gefährdet. Zumindestens die Frage nach dem Elternwunsch kann in Braunschweig mit „ja“ beantwortet werden.
Eltern sollten die Wahlmöglichkeit haben, sagt Kreßner. Die Konkurrenz zum dreigliedrigen Schulsystem mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium sieht er nicht. „Wenn das dreigliedrige System so gut ist, wie immer gesagt wird, dann kann es sich auch im Wettbewerb mit anderen Schulen messen“, meint er.
Alle Ratsfraktionen haben dem IGS-Antrag von FDP und CDU zugestimmt. Die SPD ärgert sich allerdings über die „Verzögerungstaktik von CDU und FDP im Rat und im Landtag“. „Wahrscheinlich wird der Unterrichtsbeginn erst zum Schuljahresbeginn 2009/2010 möglich sein“, bedauert SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Pesditschek.





