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Souveräner Sieg in Wolfsburg – doch Bayerns Trainer grollt

Van Gaal: „Haben nicht konzentriert genug gespielt“ – München besiegte Wölfe mit 3:1

Veröffentlicht am Sonntag, 07. Februar 2010 1. Fußball-Bundesliga

Wolfsburg (SID). Die Schmach von Wolfsburg getilgt, den Meister demontiert, die Siegesserie fortgesetzt – aber selbst damit war Louis van Gaal nach 3:1-Sieg über den VfL Wolfsburg nicht zufrieden. „Ich bin sehr böse. Wir haben nicht konzentriert genug gespielt, manchmal sogar arrogant“, so der Coach von Bayern München.

Dass der völlig ungefährdete Erfolg beim de facto längst entthronten Titelverteidiger VfL Wolfsburg van Gaal immer noch nicht genug war, irritierte sogar seinen Landsmann Arjen Robben, der mit einem sehenswerten Treffer nach nur 116 Sekunden den achten Ligasieg nacheinander eingeleitet hatte: „Mit dem Begriff ‚Arroganz' bin ich nicht einverstanden. Wir haben Konzentrationsfehler gemacht, aber wir sind doch auch nur Menschen. Wer in Wolfsburg 3:1 gewinnt, muss eigentlich eine gute Leistung gezeigt haben.“
Und genau dies hatte der Rekordmeister auch getan. Die Gäste bestimmten das Spielgeschehen, legten nach Robbens Blitztor durch Daniel van Buyten (26.) im richtigen Moment nach und entwickelten auch durch die Einwechslung von Franck Ribery in der zweiten Halbzeit so viel Druck, dass Wolfsburgs Abwehrchef Andrea Barzagli (57.) ins eigene Tor traf. Das Ehrentor der „Wölfe“ durch Grafite (90.) fiel viel zu spät, um der Partie noch eine Wende geben zu können.
Zehn Monate nach der 1:5-Schlappe der Münchner an gleicher Stelle, rückten sie die Kräfteverhältnisse wieder in ihrem Sinne zurecht. „Wenn man gegen die Bayern so schnell mit 0:2 hinten liegt, fehlt es natürlich an Selbstvertrauen. Dann ist es ganz schwer, ein Spiel noch zu drehen“, sagte VfL-Mittelfeldspieler Christian Gentner.
Daran und auch an der Stärkung der grundsätzlichen Leistungsbereitschaft will und muss Köstner nach dem verpatzten Heimdebüt nach eigenem Bekunden dringend arbeiten. „Im Moment haben wir es noch nicht verdient, gegen Teams wie die Bayern Erfolge zu feiern“, so der 58-Jährige.
Wie man sich langsam, aber stetig, aus einem Leistungstief herauskämpfen kann, dafür führte Köstner ausgerechnet den oft gescholtenen Grafite als Beispiel an. Der bullige Brasilianer, im Vorjahr umjubelter Torschützenkönig, scheiterte mit einem Foulelfmeter am Münchner Torhüter Jörg Butt, ließ zwei weitere gute Chancen aus, rackerte aber immer weiter und traf in der Schlussminute. „Er hat in den vergangenen Tagen freiwillig immer mehr trainiert“, lobte Köstner: „Ein solches Engagement erwarte ich jetzt auch von den anderen Spielern.“

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