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Wie ein kleiner Urlaub zu Hause
Ferien in Braunschweig (FiBS) mit positiver Resonanz – Insgesamt 1004 Veranstaltungen
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. Juli 2010
Von Andre Pause
Braunschweig. „Hollywood fängt in Wenden an“, lacht Andreas Zimpel, Koordinator des städtischen Programms Ferien in Braunschweig (FiBS). Doch statt roten Teppich bevorzugen die 20 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren bunte Turnmatten.
Aufmerksam hören sie zu, wie Gerwin Bärecke, Standortleiter von TV38 in Braunschweig, die Kamera erklärt. Es ist der erste Tag des Krimi-Filmprojektes „Kinderdetektive auf geheimnisvoller Spur“ im Kinder- und Jugendzentrum Wenden. Auf dem Programm steht neben der Kameraerkundung zunächst einmal die Entwicklung eines Drehbuches.
In den folgenden Tagen sollen die einzelnen Szenen gefilmt werden. „Die Kinder können sich mit der Technik vertraut machen und, je nach Interesse, vor oder hinter der Kamera ausprobieren“, sagt Silke Schlegel, Leiterin der Einrichtung, die den improvisatorischen Charakter der Veranstaltung hervorhebt: „In erster Linie geht es natürlich um die Bedürfnisse der Kinder.“ Nachdem die Jungen und Mädchen auch noch eine Einführung in den Filmschnitt bekommen, steht am Donnerstag nächster Woche die feierliche Premiere für Eltern, Freunde und alle Interessierten an.
Dann werden auch die zehn kleinen Piratinnen und Piraten aus dem Kinder- und Jugendzentrum Kreuzstraße das wilde Freibeuterleben wieder gegen den Schulalltag eingetauscht haben. Noch stehen allerdings unter anderem eine Wasserschlacht, das Malen von Schatzkarten und natürlich eine aufregende Schatzsuche auf dem Programm. „Die Kinder werden einen Spielplatz erobern, wobei sie verschiedene Aufgaben lösen müssen“, erklärt Erzieherin Mareike Lockenvitz.
Nebenbei schneidet sie den Stoff für die Piratenkappen zu, während die zwölfjährige Rahel den ersten Abenteurern Zwirbelbärte und Augenklappen schminkt. Anschließend soll dann der Treffpunkt in der Kreuzstraße in ein echtes Piratenschiff verwandelt werden. Dabei erhalten die Kinder alle Freiheiten, selbst zu gestalten. Einige sind mit der Materie bereits ein wenig vertraut. „Wir hatten in der Schule auch schon mal ein Piratenthema“, sagt die neunjährige Estella, die sich besonders auf die Schatzsuche freut.
Spaß haben auch die kleinen Hockeycracks auf dem Platz des BTHC an der Eisenbütteler Straße. 24 Teilnehmer im Alter von sechs bis zehn Jahren toben sich hier drei Tage lang aus. Trainerin Claudia Ohly betont, dass es hier um die Grundlagen des Spiels geht: „Die Kinder lernen, wie man den Schläger hält, dass nicht über Kniehöhe geschlagen wird und welche Seite des Schlägers verwendet wird.“ Dennoch dribbeln, passen und stoppen die Kleinen in drei Gruppen. „Sonst wird man dem Fortschritt der Kinder nicht gerecht“, meint Trainerkollegin Wiebke Netzer-Kohls. „Zwei, drei Kinder bleiben sogar in den Vereinen hängen.“
Die insgesamt 1 004 privaten und städtischen Veranstaltungen waren beziehungsweise sind nahezu ausgebucht. Gerda Deitmar, Abteilungsleiterin der Jugendförderung hat dafür eine einleuchtende Erklärung: „Wenn Familien im Sommer nicht wegfahren können oder wollen, ist unser Programm der Urlaub für die Kinder.“ Genaue Teilnehmerzahlen für dieses FiBS-Jahr lägen allerdings noch nicht vor.




