Ausgerechnet Gomez gleicht aus

Fußball-Bundesliga: Mit Wolfsburgs 1:1 gegen den VfB Stuttgart können beide Trainer leben.

Wolfsburgs französischer Nationalspieler Josuha Guilavogui liefert sich einen engagierten Zweikampf mit seinem Landsmann Benjamin Pavard. Foto: regios24/Darius Simka

Von Jörg Kleinert, 07.02.2018.

Wolfsburg. Der Rückkehrer wurde zum Spielverderber. Mit einem Abstaubertor an alter Wirkungsstätte hat Mario Gomez seinem neuen Trainer Tayfun Korkut einen Punkt beim Debüt gesichert.

Wegen des Tores des Nationalspielers nach exakt einer Stunde zum 1:1 (1:0)-Endstand verpasste der VfL Wolfsburg am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart die Chance, erstmals in dieser Saison zwei Siege in Folge zu feiern. Der VfL verpasste zudem den 10. Heimsieg in Folge gegen die Schwaben. Für Stuttgart war es der erste Punktgewinn in dieser Saison nach einem Rückstand.

Für die Wolfsburger Führung sorgte in der 24. Minute Divock Origi. Die Leihgabe vom FC Liverpool war mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze erfolgreich. Yunus Malli hatte Origi mustergültig bedient, nachdem Malli zuvor von einem Ballverlust des Stuttgarter Andreas Beck profitiert hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die Schwaben ihrerseits bereits führen können. Der in der Winterpause von den „Wölfen“ nach Stuttgart zurückgekehrte Gomez hatte in der 10. Minute einen Kopfball in aussichtsreicher Situation knapp neben das VfL-Gehäuse gesetzt. Doch auch die Gastgeber besaßen weitere Möglichkeiten. In der Phase kurz vor und nach dem 1:0 übernahmen sie auch ohne vier verletzte Stammspieler fast durchgehend das Kommando auf dem Platz. Schon vor dem Seitenwechsel verpassten Maximilian Arnold (22.) und Daniel Didavi (29.) einen weiteren Treffer der Gastgeber.
Knapp 60 Sekunden nach Wiederbeginn hatte Daniel Ginczek Stuttgarts Ausgleich auf dem Fuß. Danach kippte die Begegnung immer mehr. Mit größerem Engagement in den Zweikämpfen gewannen die Stuttgarter mehr und mehr die Oberhand. Ginczeks Chance war die Initialzündung für mehr Offensivdrang der Gäste, der nicht unverdient mit dem Ausgleich belohnt wurde. Für den zeichnete Gomez in der 60. Minute aus der Nahdistanz verantwortlich.

Unter dem Strich stand ein Remis, mit dem beide Trainer leben konnten, schließlich sei die Bundesliga „kein Wunschkonzert“, wie sowohl der neue Gäste-Coach Tayfun Korkut als auch VfL-Cheftrainer Martin Schmidt unisono betonten. Schmidt zeigte sich vor allem mit dem Offensivspiel seiner Schützlinge über weite Strecken des Spiels zufrieden, trauerte jedoch den versäumten Gelegenheiten zum 2:0 nach. „Wir sind in Führung gegangen, der Makel der ersten Halbzeit ist aber, dass wir es bei einigen Chancen versäumt haben, das 2:0 zu machen“, sagte Schmidt. „Nach der Pause hat der Gegner gut reagiert und mehr Druck auf uns ausgeübt.“ Korkut dagegen durfte sich über einen wichtigen Auswärtszähler seines Teams freuen, es war erst der zweite der Saison.

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