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„Bildung für alle – das heißt aber auch kostenlose Fahrkarten für alle“

Bei der 4. Jugendkonferenz gaben sich die Jugendlichen kämpferisch.

Hochkonzentriert verfolgten die Schüler die Diskussionen und brachten jede Menge Ideen und Verbesserungsvorschläge ein.

Von Tarik Dulich, 25.11.2017.

Braunschweig. Ob kostenlose Schülerfahrkarten, die Digitalisierung an Schulen oder eine bessere Infrastruktur. All das brennt der Jugend von Braunschweig auf den Nägeln und war Thema der mittlerweile vierten Jugendkonferenz in Braunschweig.

Unter dem Motto „Eine Stadt, viele
Ideen – deine Kritik – verändere Braunschweig“ hatten die rund 90 bis 100 Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren Gelegenheit zu sagen, wo ihnen der Schuh drückt.
Seit 2011 wird die Konferenz, von der Jugendförderung ins Leben gerufen, in Braunschweig veranstaltet. Dieses Jahr erstmals in der Jugendherberge an der Wendenstraße. Wichtige Themen wie eine ordentliche WLAN-Verbindung innerhalb und außerhalb von Schulen, seien gerade in Zeiten der Digitalisierung besonders wichtig, finden die Schüler. Aber auch andere Themen aus dem Bereich Freizeit und Spaß oder auch mehr öffentliche Toiletten in der Stadt, kostenlose Fahrkarten oder eine E-Sport-Arena in Braunschweig standen auf der Tagesordnung. „Wir wollen etwas für die Jugendlichen tun“, sagt Andreas Pelikan von der Jugendförderung.

Dazu konnten sich die Schüler am Anfang mit ihrem jeweiligen Thema in Gruppen zusammentun. Eine Gruppe, für den Themenbereich „Infrastruktur“ zuständig, sprach sich dabei für mehr Mülltonnen aus, um für eine bessere Abfalltrennung zu sorgen. Diese soll, so die Idee, mit Hilfe von Werbung finanziert werden.

Eine andere Gruppe wünschte sich eine E-Sport-Arena in Braunschweig. Viele deutsche Städte wären schon auf den Trend aufgesprungen und würden entsprechende Räume für die stark nachgefragten Computerspiel-Events anbieten. „Das funktioniert ähnlich wie in einem Fußballstadion“, sagt der 17-jährige Danny Radke. „E-Sport ist mittlerweile ein anerkanntes deutsches Kulturgut“, berichtet er. „Warum also hat Braunschweig keine
E-Sport-Arena?“

Eine dritte Gruppe kämpft schon seit Jahren dafür, dass allen Schülern kostenlos Busfahrkarten zur Verfügung gestellt werden. „Bildung für alle heißt auch: kostenlose Fahrmöglichkeiten für alle“, sagt der 17-jährige Hendrik Hübner. „Diese Möglichkeit sollte auch den Oberschülern offenstehen.“ Bereits im Jahr 2013 sei dieser Wunsch formuliert worden, doch danach hätte sich nichts getan. Mit einer Bus-Protest-Aktion und einer Werbekampagne wollen die Schüler noch einmal verstärkt auf die Forderung aufmerksam machen.

Auch die Kosten wurden bedacht: Viele Ideen kamen an diesem Nachmittag zusammen, wie man die Aktionen finanzieren und organisieren könnte. „Einige Vorschläge, die die Jugendlichen bei den vergangenen Veranstaltungen gemacht haben, konnten inzwischen umgesetzt werden“, erzählt Andreas Pelikan. So hat die Hauptschule Sophienstraße die geforderten Fußballtore bekommen, es gibt eine Regelung zur Freigabe von Graffitiflächen, und außerdem hat sich das Jugendforum Braunschweig gegründet. Unterstützt und gesponsert wurde die Veranstaltung von der Bürgerstiftung Braunschweig und der Awo.

Umfrage: Jugendkonferenz: Warum bist du dabei?

Taeska-Leanne Watzl-Sommer (14): „Mir ist besonders wichtig, dass wir Jugendliche etwas mitbewirken können. Gerade bei der Schulrenovierung oder der Gestaltung.“

Danny Radtke (17): „Ich bin durch die Volkshochschule (FSJ) zu der Jugendkonferenz gekommen und möchte dabei helfen, einige negative Sachen in der Stadt zum Positiven zu verändern.“

Lena Franke (19): „Ich komme ursprünglich aus Wolfsburg und war da bereits bei der Jugendkonferenz tätig. Ich finde es gut, dass Jugendliche an solche Sachen näher herangeführt werden.“

Hendrik Hübner (17): „Ich bin im Stadtschülerrat und war auch bei der letzten Jugendkonferenz im Jahr 2015 dabei. Was mir besonders wichtig ist? Vor allem das Thema Schülerfahrkarten.“

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