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Braunschweig zeigt der Abstiegszone die kalte Schulter

Braunschweig.

Erleichterung bei DeAndre Lansdowne (v.li.), Dennis Nawrocki und Tim Schwartz. Foto: Hübner

Seit Sonntagabend können Braunschweigs Basketball-Fans ruhiger schlafen. Nach dem 82:68-Heimerfolg gegen die Rockets aus Erfurt haben die Löwen, auf Rang 13 der BBL-Tabelle stehend, vier Siege mehr als die Thüringer, die mit Platz 17 den ersten Abstiegsplatz belegen. Weil auch der direkte Vergleich für die Braunschweiger spricht, sollte in Sachen Klassenerhalt in den kommenden drei Monaten eigentlich nichts mehr anbrennen.

Den 2862 Zuschauern in der VW-Halle machten die Löwen vor allem nach der Pause Spaß. Vorher war besonders aus der Dreierdistanz gar nichts gefallen (0/11) für das Team von Trainer Frank Menz. In Halbzeit zwei wurde die Partie gegen die – allerdings auch nicht besonders starken – Erfurter immer mehr zur Party. Großen Anteil daran hatte Dennis Nawrocki, der neun seiner 14 Punkte in der Schlussphase erzielte. „Als Braunschweiger Jung ist für mich heute ein Traum in Erfüllung gegangen“, war der 25-Jährige, der die Saison in der 2. Regionalliga begonnen hatte, gerührt, dass die Fans immer wieder laut seinen Namen angestimmt hatten.

„Uns war bewusst, dass das eigentlich ein Acht-Punkte-Spiel ist“, umriss Tim Schwartz die Bedeutung der Rockets-Partie. Der Löwen-Kapitän war zwar offensiv nicht so auffällig wie Nawrocki, Scott Eatherton (24 Punkte) oder DeAndre Lansdowne (18), gefiel aber defensiv. Und stand, nachdem seine Spielzeit zuletzt deutlich geschrumpft war, in seinem 111. BBL-Spiel fast 27 Minuten und damit so lange wie noch nie in dieser Saison auf dem Parkett.

Schwartz, einer der wenigen Verbliebenen aus der Vorsaison, machte deutlich, wie hilfreich ein vorzeitig festgezurrter Klassenerhalt auch für die Zukunft sein kann: „Vertragsgespräche machen natürlich keinen Sinn, solange man in der Schwebe ist. Jetzt kann man langsam anfangen, mit dem einen oder anderen Spieler zu sprechen.“ Schwartz war gegen Ende der vergangenen Saison der Erste, der unter dem Jubel der Fans seinen Verbleib in Braunschweig verkündet hatte. Wie bei den meisten seiner Kollegen wird auch sein Vertrag am Ende der Spielzeit auslaufen. „Ich fände es schön, wenn viele Spieler hierbleiben“, betonte der mit 30 Jahren älteste Löwe, der sich an der Oker rundum wohlfühlt.

Erst mal haben die Löwen aber noch 14 Spiele der laufenden Saison zu bestreiten, rechnerisch ist noch vieles möglich. Aber sechs Punkte auf die Playoff-Plätze aufzuholen ist illusorisch, während der Abstand nach unten Sicherheit gibt. „Wir haben einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Jetzt wollen wir uns neue Ziele setzen und noch mehr Spiele gewinnen“, blickte Löwen-Coach Menz bereits voraus. Der ganz große Druck ist erst mal weg – und bei der Partie am Sonntag in Jena können die Blau-Gelben ganz unbeschwert aufspielen.

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