Brave „Spürnasen“ gesucht

Braunschweiger Johanniter veranstalteten Casting für Rettungshunde

Auch die Gewandtheit der Hunde wurde beim Casting für die Johanniter-Rettungshundestaffel getestet. Foto: Privat

. Von Tarik Dulich, 12.05.2018.

Braunschweig. Wie können Rettungshunde im Notfall Leben retten? Und wie bereitet man sie richtig darauf vor? Anlässlich ihres ersten „Hundecastings“ zeigten die Johanniter, worauf es dabei ankommt. Die Aktion in der Dienststelle in der Ludwig-Winter-Straße hat einen ernsten Hintergrund: Der Rettungshundestaffel fehlt es an Nachwuchs

. Derzeit befinden sich zehn Ehrenamtliche mit ihren Vierbeinern im Einsatz. Das Team ist deshalb auf der Suche nach neuen „Spürnasen“.
Beim Casting sollte vor allem getestet werden, welche Tiere sich eignen, um anschließend in die zwischen zwei und drei Jahre dauernde Ausbildung zu starten. „Wir möchten herausfinden, wie freundlich sich die Hunde verhalten und ob sie Bindungen zu anderen Menschen außer ihren Besitzern aufbauen“, sagte Tamara Heise, Leiterin der Johanniter-Rettungshundestaffel Braunschweig. „Bestehen sie den Test, absolvieren sie ein halbes Jahr Probezeit, in der sich die Besitzer dann noch entscheiden können, ob ihre Tiere wirklich weitermachen sollen“, sagt Heise. „Anschließend geht es für sie in die Hundeausbildung.“

Bei strahlendem Wetter kamen insgesamt 13 Teams – jeweils Hund und Halter – auf dem großen Platz vor der Dienststelle zusammen – acht private aus Braunschweig und Umgebung, zwei von der Johanniter-Dienststelle in Stendal und drei weitere von den Braunschweiger Johannitern.

In der ersten Phase wurde auf dem benachbarten Gelände des Technischen Hilfswerks eine Suche organisiert, bei der die Hundebesitzer entweder in die Rolle einer gesuchten Person schlüpfen konnten oder selbst mit ihren Tieren ein Suchteam bildeten.
In der zweiten Phase wurden Reaktion und Verhalten des Hundes auf bestimmte Einflüsse getestet: Wie reagiert er, wenn sich ein fremder Mensch nähert? Wie geschickt und schnell ist er mit einem Spielzeug? Wie verhält er sich gegenüber anderen Hunden?
Die beiden Schiedsrichterinnen Maren Kodelka und Heidi Heuer achteten dabei sehr genau auf das Wesen der Tiere. „Aggressives und sehr ängstliches Verhalten gehen gar nicht“, sagte Tamara Heise entschieden. Am Ende bestanden insgesamt elf Teams.
Unter den Teilnehmern war auch Feuerwehrmann Christian Frobert mit seiner Hündin Lucie. „Es war eine sehr große Erfahrung“, erzählt er stolz. „Ich bin sehr positiv überrascht“. Für Hündin Lucie war dies das erste Mal, trotzdem hat sie die Tests gut gemeistert und wird sehr wahrscheinlich bald in der Hundeschule das kleine Einmaleins eines Rettungshundes lernen.

^