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Den Schalk im Nacken, das Narrenthema als Programm

Bildhauer und Modellbauer Konrad Körner lässt sich vor allem von politischen Themen inspirieren, er liebt es provokativ und direkt

Konrad Körner und seine Gurkentruppe. Fotos: Obi-Preuß

. Von Ingeborg Obi-Preuß, 10.02.2018.

Braunschweig. Konrad Körner ist der Politiker unter den drei Wagenbauern, oder, wie er es sagt, „der Narr“. Beißender Spott, direkt in der Aussage und immer mitten ins Schwarze. „Ich mag dieses Narrenthema“, sagt er, „der Narr ist ein Soziopath, vogelfrei, weder Gott noch Hierarchien respektierend.“

Gerade hat Körner die Auszeichnung für den besten Wagen des Schoduvels 2017 erhalten. Aber daran kann er sich nicht lange aufhalten, der Umzug 2018 steht direkt bevor, noch gibt es einiges zu tun. Dieses Jahr hat sich der gelernte Modellbauer und studierte Bildhauer unter anderem den Fußball vorgenommen. „Gurkentruppe macht Bauchlandung“ war direkt nach der ersten Präsentation heftiges Gesprächsthema. Der Wagen polarisiert, aber das ist ganz im Sinne des Künstlers.
Zunächst zeichnet Körner seine Ideen auf Papier. „Das geht relativ rasch“, erzählt er. Die Entscheidung fällt schnell. „Du musst dich auf das Wesentliche fokussieren“, erklärt er, „beim Karnevalswagen hast du drei Sekunden, dann müssen die Besucher die Botschaft erfasst haben“, spricht er von der Fülle der Eindrücke beim Umzug. Dann kommt die Säge zum Einsatz, aus dem Styropor werden Figuren geschnitten. Martin Schulz steht noch halbfertig in der Werkstatt in der Husarenkaserne, Angela Merkel ist schon platziert. An der Groko als Thema kam und wollte Körner nicht vorbei. Mit wenigen Übertreibungen in der Figur, zum Beispiel bei der Kopfform, gelingt es Körner, dass selbst der unfertige Schädel eindeutig als Martin Schulz zu erkennen ist.
Wie seine Kollegen, so kommt auch Körner aus der Zeit von Gerhard Baller als Vizepräsident der HBK. Es fing als Studentenjob an, heute sind sie „Saisonarbeiter“ für den Karneval, den Rest des Jahres arbeitet Körner vor allem für Kunden. Skulpturen für Messen oder Events, meist aus Styropor. Und gern auch mit dem Schalk im Nacken.

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