Derby-Sieg im Freiwurfkrimi

Braunschweig

Löwen-Aufbauspieler Zygimantas Janavicius (links) stand in der dramatischen Schlussphase in Göttingen im Mittelpunkt. Am Ende konnte der Litauer trotz vier vergebener Freiwürfe doch noch mit DeAndre Lansdowne feiern. Foto: Eibner-Pressefoto

. Was für ein Krimi: Nach einer dramatischen Schlussphase konnten die Löwen-Basketballer einen hart umkämpften 79:75-Erfolg aus Göttingen entführen. Zuvor hatten die Braunschweiger das Niedersachsen-Derby allerdings selbst unnötig spannend gemacht.

Schon zur Halbzeit hätten die Löwen deutlicher führen können als mit 41:38, doch mit zwei Dreiern in den letzten 30 Sekunden konnten die Gastgeber verkürzen. Überhaupt die Dreier: Weil Göttingens Center Darius Carter verletzt fehlte, suchten die Göttinger ihr Heil aus der Distanz. Ganze 20 Mal warfen sie allein in den ersten 20 Minuten von dort auf den Braunschweiger Korb (acht Treffer, am Ende 39 Versuche).

Carters Ausfall bedeutete eigentlich auch viel Platz für Scott Eatherton. Bei seiner Rückkehr zum Ex-Klub nach Göttingen blieb der Löwen-Center allerdings unter seinen Möglichkeiten, wurde aber auch eng verteidigt. Elf Punkte und sechs Rebounds, aber auch fünf Ballverlust standen für den blonden Amerikaner am Ende in der Statistik.

In Durchgang drei war es vor allem Jarekious Bradley, der die Löwen wieder deutlicher, nämlich auf bis zu zwölf Punkte (58:46), in Führung warf. Zehn seiner am Ende 17 Punkte erzielte er in den zehn Minuten nach der Pause. Damit wurde Bradley Topscorer der Löwen – gemeinsam mit Bazou Koné (ebenfalls 17 Punkte), der ein richtig gutes Spiel machte.

Dass es am Ende noch einmal richtig eng wurde, lag besonders am schwachen Rebounding der Löwen. Einen Offensivrebound nach dem anderen griffen die Göttinger im Schlussviertel ab, sicherten sich zweite Chancen nach ihren langen Dreier-Fehlversuchen – und nutzten einige davon. So gestaltete sich die Partie in der Schlussminute dramatisch. Der Spielstand war ausgeglichen, als Löwen-Aufbau Zygimantas Janavicius, dessen vorherige fünf Dreipunktewürfe gerade einmal so den Ring berührt hatten, 48 Sekunden vor Schluss per Dreier zum 75:72 für die Blau-Gelben traf. Damit hätte der Litauer zum Held der Partie werden können, zumal die Antwort der Göttinger von außen ihr Ziel verfehlte.

Doch Janavicius, der herausragende zehn Assists verteilte, zeigte in der Crunchtime Nerven – und wie! Zweimal schickten die Göttinger den Point Guard an die Freiwurflinie, und Janavicius schaffte es irgendwie, alle vier Versuche daneben zu werfen. Als Leon Williams für die Gastgeber von „Downtown“ zum vermeintlichen 75:75-Ausgleich traf, waren die mitgereisten Löwen-Fans geschockt. Allerdings nur kurz, denn die Schiedsrichter werteten den Versuch nach kurzer Unterredung doch nur als Zweipunktewurf. Koné und – Achtung, Happy End! – Rückkehrer Scott Eatherton machten es in den Schlusssekunden an der Freiwurflinie besser und verwandelten alle vier Versuche zum verdienten Derby-Sieg.

Durch ihren Auswärtserfolg sind die Löwen an der BG Göttingen vorbeigezogen und belegen nun Rang 13 der Bundesliga-Tabelle.

Für die Löwen punkteten: Bradley 17, Koné 17, Lansdowne 15, Eatherton 11, Lagerpusch 5, Janavicius 5 (10 Assists, 8 Rebounds), Morse 4, Klepeisz 3, Schwartz 2.

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