Doppelpack-Schock vor der Pause

Fußball-Bundesliga: Der VfL Wolfsburg verliert zu Hause gegen den Hamburger SV mit 1:3.

Paul Verhaegh (re.) und Hamburgs Torschütze Lewis Holtby beharken sich. Foto: regios24/Simka

Wolfsburg, 30.04.2018.

Totgesagte leben offenbar wirklich länger: Der schon längst für abgestiegen erklärte Hamburger SV darf wieder mehr denn je auf ein Wunder im Kampf um den Klassenerhalt hoffen. Leidtragender des HSV-Aufschwungs wurde am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga der VfL Wolfsburg, der das Kellerduell vor 29 400 Zuschauern in der heimischen Volkswagen-Arena mit 1:3 (0:2) verlor.

Die gnadenlos effektive Mannschaft von Trainer Christian Titz verkürzte den Rückstand auf den VfL auf nur noch zwei Punkte, bleibt als Tabellen-17. jedoch vorerst auf einem Abstiegsplatz.

Bobby Wood per Foulelfmeter (43.), Lewis Holtby (45.+1.) und Luca Waldschmidt (90.+3) nach einem verschossenen Foulelfmeter von Filip Kostic trafen für die Hanseaten, Josip Brekalo (78.) erzielte den Treffer für den VfL.

Nach dem dritten Sieg in den letzten vier Spielen wächst beim Bundesliga-Dino der Glaube, den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte doch noch abwenden zu können. Wolfsburg kann sich weiter aus eigener Kraft retten, muss in dieser Verfassung aber wie in der Vorsaison die Relegation fürchten.

Beide Teams zeigten von Beginn an wenig Zurückhaltung, allerdings wurde auch immer wieder klar, warum sowohl der HSV als auch Wolfsburg im Tabellenkeller stecken. Allzu oft blieben die Bemühungen zu unpräzise, oder es fehlte das richtige Timing, oder die Nerven spielten nicht mit. Wolfsburgs Renato Steffen schaffte es tatsächlich, aus vier Metern drei Meter über das Tor zu schießen (13.).

Vom HSV kam zunächst offensiv wenig, echte Torchancen blieben zunächst Mangelware. In manchen Momenten fehlte auch ein bisschen der Mut, ins nötige Risiko zu gehen. Den Strafstoß – die erste wirkliche Möglichkeit der Hamburger – verwandelte Wood aber eiskalt.

Der Schock saß tief beim VfL. Und der HSV legte nach einem Ballverlust der „Wölfe“ nach. Eine optimal getimte Flanke von Ito verlängerte Holtby mit dem Kopf zum 2:0 ins lange Eck.

In Durchgang zwei beschränkte sich der HSV darauf, den Vorsprung zu verwalten. Wolfsburg schaffte es nur noch sporadisch, gefährlich zu werden. In der 66. Minute verfehlte Maxi Arnold knapp das Tor, Brekalo gelang mit einem flachen Freistoß, der ohne Kontakt durch den Hamburger Strafraum flog, nur noch der Anschluss (78.).

VfL-Trainer Bruno Labbadia wirkte nach der neuerlichen Niederlage und dem Abrutschen seiner Mannschaft auf Relegationsplatz 16 tief enttäuscht. „Wir müssen uns natürlich bewusst sein, dass jetzt Kritik kommt, und wir liegen ein Stück weit am Boden. Aber wir haben es immer noch in der eigenen Hand, wir müssen so schnell wie möglich wieder aufstehen.“

„Wir spielen auf Sieg, wir müssen drei Punkte holen.“ So hatte HSV-Coach Titz seine Jungs auf die Partie eingestimmt. Und die hielt dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, von der ersten bis zur letzten Minute stand. „Wir sind froh, dass wir kurz vor der Pause noch die beiden wichtigen Tore erzielen konnten. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, es ging für beide Mannschaften um enorm viel – zum Glück hatten wir das bessere Ende für uns. Wenn wir verloren hätten, wäre alles vorbei gewesen“, resümierte Titz erleichtert.

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