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DRÄGERS DRIBBLING: Löwe Lieberknecht kämpft bis zum Ende

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. Foto: Hübner

Von Jonas Dräger, 02.02.2018.

Er weinte, sprach vom Endspiel und ging auf direkten Konfrontationskurs: Torsten Lieberknecht präsentierte sich in Aue emotional wie selten. Seitdem brodelt die Gerüchteküche. Warum ging der Trainer in die Offensive? Welchen Zweck verfolgte er mit seiner Äußerung?

Vieles deutet darauf hin, dass Lieberknecht dies ganz bewusst tat. Seine Beziehung zu Marc Arnold gilt schon länger als belastet, auch wenn beide in der Öffentlichkeit stets harmonisch als erfolgreiches Duo auftraten. Doch hinter den Kulissen hat die Ergebniskrise ihre Spuren hinterlassen. Bereits seit Dezember soll Lieberknecht bei den Löwen auf der Abschussliste stehen, berichten Quellen, andere wiederum behaupten, dass sich die Vereinsführung bereits mehrfach mit potenziellen Nachfolgern getroffen habe. All dies würde die Reaktion des Braunschweiger Cheftrainers erklären. Das Tagen des Aufsichtsrates, die Forderungen einiger Sponsoren: All diese Aktionen gab es in der Löwenstadt bereits vor der Lieberknecht-Ära. Der Pfälzer erlebte sie damals selbst mit.

Wenig professionell, eher erschreckend dürftig präsentierte sich der Verein selber. Ein Zweizeiler von Präsident Sebastian Ebel wurde auf der offiziellen Internetseite veröffentlicht. Die Namen Lieberknecht oder Arnold wurden darin konsequent vermieden, als müsste man es tunlichst unterlassen, für eine Seite Partei zu ergreifen. Partei ergriffen haben derweile die Fans. Mehr als 500 kamen am vergangenen Samstag zum Abschlusstraining vor dem Spiel bei Erzgebirge Aue und zeigten Präsenz. In Aue wurde der Cheftrainer über die komplette Spielzeit mit Sprechchören bedacht. Auch am Sonntag werden klare Botschaften zu lesen und zu hören sein.

Nun deutet alles auf eine mögliche Trennung zum Saisonende hin. Nur Torsten Lieberknecht will sich damit wohl nicht abfinden. Er kämpft wie ein echter Braunschweiger Löwe für seinen Klub, mit dem er so unzählige Erfolge feierte. Deshalb lieben ihn die Anhänger, und deshalb verdient dieser Coach keinen schäbigen Abgang, liebe Eintracht!

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