Eine Frage des Hungers

Braunschweig

Garantiert noch nicht satt: Nemanja Jaramaz will nach bisher durchwachsener Saison seine wahre Leistungsstärke zeigen. Foto: SH

. Mund abputzen und wieder angreifen: So oder so ähnlich muss das Motto der Löwen-Basketballer nach der fast schon etwas peinlichen 45:72-Pleite in Würzburg lauten. Am Sonntag (17.30 Uhr) hat der Braunschweiger Bundesligist vor heimischem Publikum in der VW-Halle gegen Ulm die Chance, es deutlich besser zu machen.

„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Spiel gecoacht habe, in dem wir nur 45 Punkte gemacht haben“, hatte sich Steven Clauss, der Co-Trainer der Löwen, auch fünf Tage nach dem Würzburg-Debakel noch nicht ganz von dem Gebotenen erholt. „Aber wir müssen das Spiel abhaken und aus unseren Fehlern lernen.“ Mit Ulm kommt nun eine ganz andere Mannschaft als Würzburg in die VW-Halle. Statt in der Defensive liegt der Schwerpunkt bei den Schwaben eher im Angriff, besonders von außen ist das Team von Trainer Thorsten Leibenath gefährlich: 39 Prozent ihrer Würfe von der Dreierlinie fallen bei den Ulmern durch das Netz. „Das ist eine offensiv orientierte Mannschaft, die wir nicht ins Rollen kommen lassen dürfen“, stellt Clauss klar.

Trotz des Lobes vom Löwen-Assistenten steht das Team um Nationalspieler Per Günther in der Punktausbeute nur im Mittelfeld der Liga, und auch insgesamt läuft es nicht rund bei den Gästen. Als Neunter hat der Hauptrunden-Primus des Vorjahres bereits vier Punkte Rückstand auf die Playoffs. Bei noch sechs ausstehenden Spielen sind die aber durchaus noch greifbar, und entsprechend hungrig werden die Ulmer nach drei Niederlagen in Folge in der VW-Halle auftreten.

Diesen Hunger ließen die Löwen, die als Tabellenzwölfter ihr Ziel Klassenerhalt längst erreicht haben, in Würzburg vermissen. „Zu sagen, für uns ginge es um nichts mehr, ist Quatsch. Es geht um viel“, betont Clauss. Ob sein Team das auch so sieht, wird es morgen auf dem Parkett zeigen.

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