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Forschen für den Elektro-Ernstfall

BS Energy und Technische Universität simulieren die Netzbelastung durch mehr E-Autos.

Die Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig, Anke Kaysser-Pyzalla, und der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands von BS Energy, Paul Anfang, vor der Forschungsstation „Fleets at Grid“ auf den BS Energy-Betriebsgelände an der Taubenstraße. Foto: BS Energy/Peter Sierigk

Von Andreas Konrad, 25.04.2018.
 

Braunschweig. Wie wirkt sich eine steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen auf die Stabilität des Stromnetzes einer Großstadt aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Kooperation von BS Energy und der Technischen Universität (TU) Braunschweig. An einer bundesweit einmaligen Forschungsanlage können die Netzbetreiber und Forscher anhand des BS Energy Elektro-Fuhrparks Erkenntnisse für das Stromnetz der Zukunft gewinnen. Am Dienstag wurde „Fleets at Grid“ – Flotte am Netz, so der Name des Forschungsprojektes – vorgestellt.

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit BS Energy auf diesem Forschungsfeld. Mobilität und die Batterieforschung sind Kernkompetenzen der TU Braunschweig. Der Transfer unserer Erkenntnisse in die Praxis wird durch Kooperationen wie diese vorbildlich umgesetzt“, sagt die Präsidentin der TU, Professorin Anke Kaysser-Pyzalla. „Die Ergebnisse der Forschungsarbeit können Grundlage für die Bauleitplanung der Stadt zum Ausbau von Ladeinfrastruktur in Braunschweig sein und für BS Energy die Grundlage für eine Netzentwicklungsstrategie“, ergänzt Paul Anfang, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands von BS Energy. Der Braunschweiger Netzbetreiber verfügt mit rund 60 Elektro- oder Hybridautos über einen der größten Fuhrparks in Niedersachsen in diesem Bereich.

Aus dem Flottenbetrieb Erkenntnisse für das Stromnetz gewinnen – das ist „Fleets at Grid“. Der Fuhrpark von BS Energy und dessen Nutzung durch die Mitarbeiter stellen die Datenbasis für die Auswertung von Fahrzeugstatistiken, CO2-Emissionen, Fahrverhalten und Ladeprofile dar.

Es brauche niemand Angst zu haben, dass demnächst das Licht ausginge, weil zu viele Elektrofahrzeuge am Netz hingen, beruhigt Professor Bernd Engel, Institutsleiter „elenia“ (Institut für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen) der TU. „Die nächsten fünf Jahre werden wir keine Probleme haben“, so der Wissenschaftler. „Erst wenn in ganzen Straßenzügen etwa jedes dritte Auto elektrisch betrieben wird, könnte es kritisch werden.“ Und genau das können Fuhrpark und Forschungsanlage bereits heute simulieren – für einzelne Stadtteile, Wohnbaugebiete und letztlich das gesamte Stadtgebiet.
Ziel von BS Energy ist es, Braunschweig als Forschungsstandort für Elektromobilität zu stärken und die Entwicklungen auf dem Gebiet von Elektromobilität und Ladetechnik in die Unternehmensstrategie einfließen zu lassen.

„Elektromobilität ist ein Kernstück einer künftigen Smart City Braunschweig“, so Paul Anfang. Aber auch sich aktiv an der Vermarktung von Elektromobilität zu beteiligen sei ein Unternehmensziel: „Wir wollen zukünftig ein Paket für Elektromobilität für Gewerbe und Privatleute anbieten, vom passenden Stromtarif bis hin zum Fahrzeug – alles aus einer Hand.“

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