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„Haben unabhängig von der Tabellenposition bestimmte Spieler als Verstärkung im Kopf“

Fußball: In Teil zwei des NB-Interviews spricht Trainer Torsten Lieberknecht über Neuzugänge.

Trainer Torsten Lieberknecht (Eintracht Braunschweig)

Von Elmar von Cramon, 26.12.2017.

Braunschweig. Im zweiten Teil des NB-Interviews schaut Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht auf die anstehende Wintervorbereitung voraus, spricht über Neuzugänge und die Eintracht-Fans.

?An welchen Stellschrauben wollen Sie in der kurzen Winterpause drehen?

!Wir werden alles analysieren, unter anderem möchte ich mir alle Gegentore noch mal anschauen. Dann werde ich mir darüber Gedanken machen, welche Dinge wir verbessern müssen und welche wir als Grundstabilität beibehalten können.
Das andere Thema sind die Verstärkungen, die wir aufgrund der Verletzten vornehmen wollen. Ich stehe natürlich mit Marc Arnold und der Scouting-Abteilung, die intensiv sucht, in Kontakt.

?Welche Spielertypen sind als Neuzugänge gefragt?

!Uns fällt eine komplette Achse von Innenverteidiger, Sechserposition und Sturmzentrum aus, deshalb macht man sich über diese Positionen als erstes Gedanken. Während wir auf der Sechs genügend Alternativen besitzen, sollten wir im vorderen Bereich genauso wie in der Innenverteidigung jemanden dazu holen. Erstens, weil hinter Langzeitverletzten ein Fragezeichen steht, außerdem müssen wir gegen weitere Verletzungen gewappnet sein. Daneben haben wir unabhängig von der Tabellenposition bestimmte Spieler als Verstärkung im Kopf, die zum jetzigen Zeitpunkt einen Vorgriff auf die neue Saison darstellen würden. In diesem Jahr ist mir das aufgrund der Tabellensituation aber zu weit gedacht, wir brauchen jetzt Jungs, die sofort mithelfen, uns aus dieser Situation wieder herauszubringen.

?Die Restrückrunde beginnt mit den Spielen gegen Heidenheim, Aue und Kaiserslautern, alles Teams, die ebenfalls um den Ligaerhalt kämpfen. Bietet diese Konstellation frühzeitig die Chance, direkte Konkurrenten zu überflügeln beziehungsweise zu distanzieren?

!Natürlich beschäftigt man sich mit dem Spielplan. Das alles ist momentan aber noch sehr weit weg, zunächst müssen wir abwarten, wie die Vorbereitung verläuft. Fakt ist, dass wir gegen Mannschaften beginnen, die zum selben Kreis gehören wie wir und dass wir auswärts wie zuletzt in Bielefeld oder Ingolstadt gut agiert haben.

?Zehn Verträge laufen am Saisonende aus. Erwarten Sie angesichts der Situation, dass sich schnell zeigt, auf wen man sich verlassen kann und auf wen eher weniger?

!Das ist bei auslaufenden Verträgen grundsätzlich so, egal wie die Tabellenkonstellation ist. Jeder, der für sich selbst beschließt, hierbleiben zu wollen, sollte alles daran setzen, sich zu empfehlen. Unabhängig davon haben alle Spieler die Verantwortung und Verpflichtung, mitzuhelfen, ihren Verein in eine andere Tabellenposition zu bringen.

?Trotz der Niederlage gegen Düsseldorf wurde ihre Mannschaft nach Abpfiff in der Südkurve gefeiert. Stimmt Sie dieser Schulterschluss zuversichtlich, nachdem es in Teilen der Fanszene seit Saisonbeginn zu Unmutsbekundungen gekommen war?

!Alle Beteiligten haben etwas dafür getan, dass sich die Dinge zum Glück wieder in die richtige Richtung entwickelt haben. Es gehört bei einem Verein und in einer Fankultur dazu, innezuhalten und sich zu hinterfragen, wie man Dinge, die falsch laufen, wieder ins Lot bekommt.
Fakt ist, dass es in Braunschweig schwierig zu sein scheint, mit Mittelmaß umzugehen. Manchmal ist aber genau das beruhigend, weil man sieht, dass einem nach oben und unten nichts passieren kann. Wozu unsere Fans fähig sind, haben wir in besonderen Situationen gesehen, etwa als sie uns zu unseren Aufstiegen getragen haben oder als es darum ging, Eintracht in der Klasse zu halten. Nun gibt es dieses Ziel erneut und das wollen wir gemeinsam erreichen.

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