Hochglanz-Frauen aus Berlin zu Gast

Galerist Olaf Jaeschke zeigt bis Mitte März Bilder von Manzur Kargar.

In Braunschweig aufgewachsen, jetzt mit „seinen Frauen“ zu Besuch in der Galerie Jaeschke: Manzur Kargar (links), hier mit Galerist Olaf Jaeschke vor einem der Kunstwerke. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Von Ingeborg Obi-Preuß, 24.02.2018.
 

Braunschweig. „Warum eigentlich keine Männer“, fragt eine Vernissagebesucherin flüsternd in die Runde ihrer Freundinnen. Berechtigte Frage. Der Künstler Manzur Kargar hat nur Frauen mitgebracht. Und was für welche. Überirdische Schönheiten. Noch bis zum 24. März sind sie in der Galerie Jaeschke zu sehen.

Die meist großformatigen Ölbilder zeigen vor allem Porträts, oder besser Ausschnitte von Frauenkörpern: Augen, Nase, Mund, oder Dekolleté, Schultern, Kinn, umflort von langen Haaren – der Stoff, aus dem Männerträume sind. „Der rote Faden ist das Streben nach dem Ideal“, erklärt Manzur Kargar. Unter dem Titel „Glossy“ führt die Ausstellung in die Welt der Hochglanzmagazine, der Stars und Modells. Die Haut, samtweich und makellos, die Nasen perfekt, die Lippen voll, sinnlich glänzend, dazu Smokey-Eyes mit einem lasziven Blick.

„Sie wirken wie nicht von dieser Welt“, beschreibt Galerist Olaf Jaeschke die Frauen mit ihren schönen Gesichtern, die von Schmetterlingen, Blumen oder Farbtupfern umflort werden.
„Deine Bilder haben einen hohen Wiedererkennungswert“, weiß Olaf Jaeschke vom internationalen Kunstmarkt. Neben Berlin, Düsseldorf und Paris hat Kargar mehrfach auf der Miami Art ausgestellt. „Das ist schon eine besondere Würdigung“, sagt Jaeschke.

Angefangen hatte alles in Braunschweig, schon als Kleinkind kam Manzur Kargar mit seinen Eltern aus Afghanistan hier in die Löwenstadt. Gern erinnert er sich an seine Zeit an der HvF, die Vernissage glich einem kleinen Klassentreffen. Auch von seinem Studium an der HBK erzählt der Wahlberliner gern. „Hier wurde das Sparkle angemacht“, spricht er vom Funkeln für die Kunst. Von den rauschenden Feiern an der Kunsthochschule – nicht nur zum Karneval – erzählt er sich mit seinen Freunden, von den späten 80ern, in denen „die HBK der Hotspot der Stadt war.“

Schon damals hat Manzur Kargar die deutschen Meister geliebt, „aber ich habe immer gefühlt, dass das nicht meine Kunst ist“, blickt er zurück. Auf seiner Suche nach dem eigenen Kunstweg wurde Kargar in der Antike fündig: „Die Menschendarstellung der alten Griechen hat mich sofort fasziniert.“

Dieses Streben nach einem Ideal ist geblieben, sein Markenkern geworden. „Die neuen Medien sind dabei für mich Inspiration und eine riesige Ressource an Bildmaterial.“ Am Computer baut er sich seine Traumfrauen digital zusammen, dann greift er zu Farbe und Pinsel und erweckt sie zum Leben. Vielleicht ja auch irgendwann schöne Männer.

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