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„Ich bin stolz, ein Glücksbringer zu sein“

Warum der Beruf Schornsteinfeger immer noch etwas ganz Besonderes ist.

Mit Kette, Besen und Zylinder: Detlev Bade stellvertretender Innungs-Obermeister), Timo Werner und Astrid Puchberger-Erfurt (v.r) in ihrer „Gala-Uniform“. Foto: Nizar Fahem

Von Birgit Wiefel, 30.12.2017.

Braunschweig. Detlef Bade wird gerne mal angefasst. Vor allem die Goldknöpfe seiner Jacke. „Die zu reiben, bringt Glück“, sagt der stellvertretende Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Braunschweig, zu der auch Helmstedt gehört, und schmunzelt. Dass seine Zunft eine ganz besondere Rolle im Leben der Menschen und vor allem jetzt zum Jahreswechsel hat, macht ihn stolz. Und natürlich kennt er auch den Ursprung der Geschichte. „Im Mittelalter standen die Häuser dicht an dicht. Eine verstopfte Esse, ein Funkenflug reichte, um das ganze Viertel in Brand zu setzen. Der Schornsteinfeger sorgte also sowohl für Wärme als auch für Sicherheit“, sagt Bade.

Der Beruf von Detlef Bade hat sich in Zeiten der Heizung gewandelt, aber manche Dinge sind geblieben. Bade und seine Kollegen Astrid Puchberger-Erfurt und Timo Werner prüfen eben nicht nur Abgaswerte und Belüftung. Sie steigen den Häusern immer noch aufs Dach und reinigen die Schornsteine, „durch den Trend zu Kaminen sogar wieder öfter“, sagt der stellvertretende Innungsobermeister.
Die „Gala-Uniform“ tragen sie dann natürlich nicht – aber schwarze Hose, schwarze Jacke und Zylinder bleiben ihr Markenzeichen.
107 Betriebe in der Region gehören zur Innung. Der Berufsstand sei klein, der Fachkräftemangel auch in diesem Handwerk zu spüren, „aber es gelingt uns gut, uns zu behaupten“, ist der stellvertretende Innungs-obermeister froh.
Beste Beispiele sind seine Kollegen. Puchberger-Erfurt gehört zu den wenigen Frauen, die als Schornsteinfeger unterwegs sind. Zu Beginn – Mitte der 90er – sei es nicht leicht gewesen, erinnert sie sich an Kunden, die verdutzt fragten, wann denn jetzt der „richtige“ Schornsteinfeger käme.
Timo Werner ging direkt nach der Schule in die Lehre, ist seit 14 Jahren als Kaminkehrer unterwegs. Beide bereuen keinen Moment ihre Berufsentscheidung.
„Ich bin draußen, in engem Kontakt zu Menschen und liebe den Nervenkitzel, wenn ich auf dem Dach herumklettere“, sagt Puchberger-Erfurt.

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