Jasperallee: Was passiert mit den Bäumen?

Stadt denkt über die Neugestaltung der Straße nach – Initiative will Ahorn schützen.

Die Stadt will die Mittelinsel der Jasperallee zwischen Theater und Ring neu gestalten. Ein Szenario sieht vor, die Silberahornbäume innerhalb des Rings durch Linden zuersetzen. Foto: Nizar Fahem

Von Birgit Wiefel, 24.02.2018.

Braunschweig. Eine Bemerkung im Grünflächenausschuss in der vergangenen Woche hatte für Wirbel gesorgt. Insbesondere die Initiative Baumschutz war danach auf die Barrikaden gegangen. Der Grund: Die Mittelinsel der Jasperallee zwischen Theater und Ring soll neugestaltet werden, dabei könnten nach einem Bericht der BZ auch die 87 Silber-Ahornbäume ein Opfer der Säge werden. 390 000 Euro sind dafür im Haushalt für dieses und das kommende Jahr bereits eingestellt.

„Angesichts der weit über
tausend Bäume, die wir durch Orkan Xavier verloren haben, der
800 verlorenen Bäume in den Außenbezirken sowie der Baumverluste in der Innenstadt können wir nicht verstehen, warum die Stadt ihre knappen Ressourcen nicht ausschließlich in schnelle und nachhaltige Wiederaufforstungen investiert“, schimpfte Edmund Schultz von der Initiative.

„Nur ein Szenario“

Die Stadt bemüht sich inzwischen, die Wogen zu glätten. „In der Sitzung des Grünflächenausschusses hatte die Fachverwaltung hinsichtlich der Neugestaltung von Teilen des Mittelstreifens der Jasperallee lediglich ein mögliches Szenario für eine Neugestaltung auf der Grundlage des historischen Zustands dargestellt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Da sei noch nichts entschieden, betont auch Stadtsprecher Adrian Foitzik auf Nachfrage der NB. Die Verwaltung erarbeite zurzeit mehrere Gestaltungskonzepte, die den politischen Gremien Mitte des Jahres zur Beratung vorgelegt werden. Der Rat sei entsprechend informiert.

Silberahorn zu sturmanfällig

Klar ist: Die Silberahornbäume müssen über kurz oder lang gefällt werden. Die Baumart, so die Stadt, sei „stark windbruchgefährdet“ und nach heutigen Erkenntnissen überhaupt nicht als Straßenbaum geeignet. Von den ehemals 114 Bäumen wurden in den vergangenen Jahren bereits 27 gefällt, bei weiteren die Kronen beschnitten.
Ein mögliches Konzept sieht vor, die Ahornbäume abschnittsweise zu entfernen und stattdessen fünf bis sieben Meter hohe Linden zu pflanzen, die dort historisch belegt und typisch für den wilhelminischen Ring sind. Ein anderes Szenario setzt dagegen auf den Erhalt der Silberahorne und die Neupflanzung von Bäumen in die vorhandenen Lücken der Baumallee. „Die Entscheidung, ob Bäume gefällt werden, ist also noch nicht getroffen“, betont die Verwaltung.

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