„Jauns“-Überfall: Täter sind verurteilt

Gerichtsurteil: Fünf Jahre Haft für den Hauptangeklagten.

Das Juweliergeschäft „Jauns“. Foto: news38.de

05.05.2018.

Braunschweig. Fünf Jahre lang muss der Angeklagte, der das Juweliergeschäft „Jauns“ in der Braunschweiger Innenstadt im Oktober 2015 überfallen haben soll, ins Gefängnis. Das berichten die „Braunschweiger Zeitung“ und das Onlineportal News38.

Demnach hatte die Verteidigung des 23-jährigen Beschuldigten auf dessen ausdrücklichen Wunsch Freispruch gefordert. Der Grund: Laut eigenen Angaben habe der Angeklagte zum Tatzeitpunkt bewegungsunfähig in Litauen bleiben müssen. Das hatte das Gericht am Donnerstag schließlich anders eingeordnet.
So hat die 4. Große Strafkammer den 23-Jährigen „wegen zweifachen versuchten schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung (…) zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt“. Der Angeklagte will zum Tatzeitpunkt krank gewesen sein.
Der Angeklagte hatte auch nicht eingelenkt, als im Prozess ein Video gezeigt wurde, auf dem er offenbar gut laufen konnte. Auffällig: Der Mann trägt genau die gleiche Kleidung, die auch der Täter bei „Jauns“ einen Tag später trug. Ebenfalls zu sehen: ein zweiter Mann, mutmaßlich der spätere Komplize. Das Video zeigt die beiden Männer aus verschiedenen Perspektiven.
Nach Sichtung des Videos an einem früheren Prozesstag weist Richter Bohle Behrendt den Angeklagten auf eben diese Tatsache hin – er solle gegebenenfalls seine Aussage überdenken, da die Perspektiven ein eindeutiges Gesamtbild liefern. Laut Anklage sollen die Täter mit einer Axt mehrere Ausstellungsvitrinen zerschlagen haben. Fast hätten sie 25 Uhren im Gesamtwert von rund 45 000 Euro erbeutet, wenn der Inhaber nicht eingeschritten wäre.
Der Angeklagte sei als Erster geflüchtet, dann der Komplize. Der mutmaßliche Komplize wurde in Helsinki geschnappt. Dort sagte er aus – er verpfiff den jetzt in Braunschweig Angeklagten – und wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.
Bundesweit bekannt wurde der Fall durch die TV-Serie „Aktenzeichen XY“.

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