• Home
  • > >
  • Kommentar: Es dürfen Blumen sein: Eine Mutter hat jeder von uns

Kommentar: Es dürfen Blumen sein: Eine Mutter hat jeder von uns

Der Muttertag ist nicht ohne. Es geht schnell auf dünnes Eis

NB-Redaktionsleiterin Ingeborg Obi-Preuß mit ihrer Mutter Sigrid.

. Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.05.2018.

Braunschweig. Die ursprüngliche Idee geht zurück auf die US-Pfarrerstochter Anna Marie Jarvis, die ihrer geliebten Mutter ein Denkmal setzen wollte.

Den kommerziellen Touch bekommt der Tag schon bei seiner Einführung in Deutschland 1923 durch den „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“. Und spätestens in der Weimarer Republik wird es verdächtig; die Verengung auf die „deutsche Mutter“ und den „deutschen Nachwuchs“ nutzten die Nationalsozialisten anschließend für ihr Mutterbild.
Das ist lange her, Familie gibt es heute in zig verschiedenen Varianten. Und deshalb fordern nicht wenige die Abschaffung des Muttertags. Mutter- und auch Vatertag würden alte Rollenbilder zementieren.

Das mag sein, aber ich finde, der Muttertag sollte bleiben. Wir müssen ihn nur richtig füllen. Beim Empfang zum Internationalen Frauentag im März war ein Filmprojekt zu sehen, in dem junge Braunschweigerinnen unter dem Titel „Wofür kämpfen wir heute?“ ihre Wünsche und Forderungen formulierten. Und es wurde schnell deutlich: Viele Themen, Probleme und Fragen sind weiblich. Und dazu gehört das Muttersein. Und das Nicht-Muttersein. Ja, auch Väter sind wichtig, aber das Herz einer Frau schlägt anders. Und das führt häufig zu Mehrarbeit, mehr Einsatz, mehr Liebe, mehr Belastung. Frauen kümmern sich, haben ein mütterliches Herz – mit und ohne eigene Kinder. Dafür kann ruhig ein Extratag stehen. Denn eins ist sicher: Eine Mutter hat jeder von uns. Und es dürfen auch Blumen sein, Parfüm oder ein gedeckter Frühstückstisch. Alte Zöpfe, aber ich mag es.

^