Lansdowne soll nur der Anfang sein

Braunschweig.

DeAndre Lansdowne ist bei den Löwen eine der großen Überraschungen der Saison. Foto: SH

Für Frank Menz ist die Partie am Sonntag (15 Uhr, live auf Sport1) ein Heimspiel. Der Trainer der Löwen-Basketballer lebt mit seiner Familie in Jena. Die Punkte gegen den Tabellennachbarn auf Rang zwölf möchte Menz natürlich dennoch mit nach Braunschweig bringen.

Der Druck ist nach dem Heimerfolg gegen die Rockets aus Erfurt allerdings deutlich geringer geworden: Die Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt ist für den 13. der BBL-Tabelle mit bereits acht Siegen ausgezeichnet. Da bietet es sich an, frühzeitig einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Mit DeAndre Lansdowne hat ein ausländischer Spieler noch einen Vertrag für die kommende Saison – ein Glücksfall für die Löwen, denn Lansdowne, der aus der ProA an die Oker kam, überzeugt mit starken Leistungen und Konstanz. „Dre ist unser bester Mann“, lobt Menz den Guard aus New Mexico, „er und Scott (Eatherton) müssen den Ball in der Hand haben, wenn es drauf ankommt.“

Mit durchschnittlich 14 Punkten ist Lansdowne zweitbester Scorer, mit 1,7 Steals bester Balldieb der Löwen. Außerdem liefert er vier Rebounds und drei Assists pro Partie. Verblüfft hat der Mann aus New Mexico auch mit seinem zielsicheren Dreipunktewurf (40,2 Prozent) und gelegentlichen Beweisen seiner Explosivität und Athletik. In Oldenburg vor zwei Wochen ließ es der bullige Amerikaner per Slam Dunk richtig krachen. Seinen Trainer konnte er mit der spektakulären Aktion allerdings nicht wirklich überraschen: „Im Training macht er manchmal Sachen, da zucken wir alle zusammen und denken: ’Das gibt’s doch nicht. Was hat der denn für ein Potenzial?‘“

Lansdowne, der es in drei Jahren von der ProB in die ProA und dann zum BBL-Leistungsträger schaffte, erscheint wie ein echter Musterprofi. Er trainiert hart und schiebt Extraschichten im Kraftraum. Zuletzt hat er seine Ernährung unter die Lupe genommen, will weniger Zucker essen, den Verzehr geliebter Schokoriegel einstellen. „Ich möchte auch mit Mitte 30 noch ein Go-to-Guy auf einem so hohen Level sein“, sagt der 28-Jährige und nennt Jenas Julius Jenkins als Vorbild, der auch mit 36 Jahren noch Topleistungen abliefert. „Wenn du eine gute Profi-Karriere haben willst, musst du dich auch wie ein Profi verhalten“, weiß Lansdowne.

Menz ist froh, dass einer der Stützpfeiler des Löwen-Teams, dem er sogar noch deutlich bessere Leistungen zutraut, in Braunschweig bleiben wird. „Für uns ist es super, so einen Spieler, aber auch so einen Typen hier zu haben. Das ist ganz wichtig, auch beim Rekrutieren der nächsten Spieler.“ Und Lansdowne soll nicht der einzige wichtige Akteur sein, der in der kommenden Saison zurückkehrt. „Wir werden auch versuchen, ein paar andere Jungs frühzeitig zu halten, so dass wir einen Kern an Spielern so schnell wie möglich zusammenhaben“, betont der Trainer und Sportdirektor in Personalunion. „Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht alles dafür tun würden, dass die Leistungsträger hierbleiben.“

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