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Marc Arnold: „Verscherbeln werden wir niemanden“

Fußball: Eintracht Braunschweig auf Trainer- und Spielersuche – Sportlicher Leiter will eine gesunde Mischung aus jungen und alten Akteuren.

Steht noch unter Vertrag bei Eintracht Braunschweig: Suleiman Abdullahi. Foto: Hübner

Von Elmar von Cramon, 18.05.2018.

Braunschweig. Nach dem großen Abstiegsschock und dem emotionalen Abschied von Torsten Lieberknecht bleibt bei den Eintracht-Verantwortlichen erst mal keine Zeit zum Verschnaufen.
Oberste Priorität hat zunächst die Verpflichtung eines neuen Cheftrainers, anschließend soll der Kader Stück für Stück „zusammengebastelt“ werden.

„Die vergangene Woche war nicht einfach. Nun müssen wir nach vorne denken und die Situation als Chance ansehen“, beschreibt Marc Arnold die Stimmung bei den Blau-Gelben. Trotz der emotionalen Talfahrt hatten sich die Löwen-Verantwortlichen schnell „geschüttelt“ und am vergangenen Dienstag viele offenstehende Fragen in Bezug auf die finanzielle und die sportliche Seite beantwortet.
Die endgültige Kaderplanung soll in Abstimmung mit dem neuen Chefcoach erfolgen, der spätestens Ende Mai an der Hamburger Straße präsentiert werden soll.
Das von Eintracht formulierte Anforderungsprofil zielt neben einer gewissen Erfahrung vor allem auf Stärken bei der Nachwuchsförderung ab.
Der ehemalige Bremer Alexander Nouri, der wie Ismail Atalan (ehemals VfL Bochum) ins Gespräch gebracht worden war, steht offenbar aber nicht zur Verfügung.
Unter der Woche klopfte Arnold die Bereitschaft der bisherigen Akteure ab, auch in der dritten Liga für die Löwen aufzulaufen.
Das Ergebnis: Bis auf den scheidenden Salim Khelifi und Georg Teigl (vorzeitige Rückkehr nach Augsburg durch Abstieg) können sich alle Akteure einen Verbleib vorstellen: „Niemand möchte sich hier eine Tür zuschlagen, deshalb möchte ich das Ganze nicht zu hoch hängen.“
Routiniers wie Jasmin Fejzic, Ken Reichel, Mirko Boland, Jan Hochscheidt oder Domi Kumbela kämen aufgrund ihrer Erfahrung und langen Verbundenheit mit den Löwen aber durchaus als tragende Säulen eines Neuaufbaus infrage.
„Letztlich werden der neue Trainer und ich unsere Vorstellungen übereinanderlegen und schauen, wo sie deckungsgleich sind; danach werden wir entscheiden, wer ein neues Angebot bekommt. Ein paar Jungs werden wir sicher auch in der neuen Saison sehen“, erklärt der 47-Jährige den Ablauf.
Neun Akteure stehen noch unter Vertrag, darunter auch die Hochkaräter Suleiman Abdullahi, Christoffer Nyman und Gustav Valsvik, bei denen man sich ein Drittligaengagement auch im Hinblick auf Nationalmannschaftsambitionen nur schwer vorstellen kann, was auch Arnold bewusst ist.
„Wir werden sehen, welcher Preis letztlich zu erzielen ist, verscherbeln werden wir aber niemanden“, macht der sportliche Leiter deutlich, dass man sich nicht auf das erstbeste Angebot einlassen muss.
„Wir wollen eine gesunde Mischung aus jungen und alten Spielern hinbekommen und dabei auch Akteure aus dem eigenen Nachwuchs einbauen“, erklärt Arnold, der sich auch vorstellen kann, Spieler aus den „Top-Nachwuchsleistungszentren“ zu verpflichten.
Möglich ist außerdem, dass in der neuen Saison bereits bekannte Gesichter an der Hamburger Straße aufschlagen: „So einem Szenario möchten wir uns nicht verschließen“, erklärt Arnold angesichts der Tatsache, dass einige Ex-Löwen momentan auf dem Markt sind.
Benjamin Kessel, Marcel Correia (beide Kaiserslautern) und Kingsley Onuegbu (Duisburg) hatten bei Ligakonkurrenten keine neuen Verträge erhalten.
Auch Marc Pfitzner und Justin Eilers, die mit Werder Bremens U23 den Klassenerhalt verpassten, befinden sich ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

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