„Meine Texte waschen mich rein“

Die größte Leidenschaft von Jonas Kolb ist das Schreiben von Gedichten.

Jonas Kolb hat mit „Die Mächte hinter staunenden Dämmern. Compendium 2006-2017“ eine Sammlung seiner literarischen Werke herausgebracht. Foto: Lüer

 Von Maria Lüer, 25.08.2017.
 

Helmstedt. Jonas Kolb schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr, hat sich seitdem in allen Gattungen, Pseudonymen und Stilrichtungen der Kunst ausgetobt und etabliert. Einen Schaffensquerschnitt seines literarischen Werdegangs liefert der junge Autor jetzt mit seinem neuen Buch „Die Mächte hinter staunenden Dämmern. Compendium 2006-2017“. Die NH traf den Autor zum Interview.

?Herr Kolb, woher nehmen Sie Ihre Ideen? Was inspiriert Sie zum Schreiben?

!Es gibt viele Aspekte in meinem Leben, die mich beim Schreiben beeinflussen. Tatsächlich sind es eher die negativen Erlebnisse oder Emotionen, die auf meine Texte einen Einfluss haben.

?Würden Sie den Inhalt Ihres neuen Buches demzufolge als eher düster beschreiben?

!Ja, das würde ich. Meine Texte waschen mich sozusagen rein. Der dunkle Schatten zieht sich aber nicht komplett durch die Lektüre. Es gibt durchaus auch verträumte und hoffnungsvolle Passagen.

?Was bedeutet das Schreiben für Sie?

!Das Schreiben ist für mich ein befreiender Prozess. Ich brauche nur ein Blatt Papier und einen Stift und los geht es. Außerdem ist das Schreiben ein Hobby, das keine anderen Hobbys mehr erlaubt. (lacht)

?Sie haben schon mehrere Bücher veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, ein fertiges Werk in den Händen zu halten?

!Bei meiner ersten Buchveröffentlichung dachte ich: Mein Gott, die Welt steht still – Jonas Kolb hat ein Buch geschrieben. Die Welt stand natürlich nicht still. (lacht) Für mich aber war die Publikation ein ganz besonderes Gefühl. Und das ist es immer noch.

?Was tun Sie gegen Schreibblockaden?

!Ehrlich gesagt kenne ich gar keine Schreibblockaden. Ich wünsche mir sogar manchmal welche, da diese doch auch immer mal wieder eine künstlerische Tiefe schaffen können. Es kommt sehr selten vor, dass ich den Stift aus der Hand legen muss.
?Was lesen Sie privat selbst gerne?

!Ich lese gerne Linguistik-Fachbücher Warum funktioniert Sprache, wie sie funktioniert? Das ist eine Frage, die mich interessiert. Außerdem mag ich Lyrik. Gottfried Benn zum Beispiel gehört zu meinen Lieblingsschriftstellern.

?Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Buch?

!Das erste Buch, das ich so richtig aktiv gelesen habe, war eine Erzählsammlung von Edgar Allen Poe. Die Geschichten, die wie Gedichte funktionieren, waren irgendwie wegweisend für mich.

?Welcher Text in Ihrer Sammlung ist Ihnen am nähesten?

!Da gibt es einige. „Der Fall des Fallens“ geht zum Beispiel persönlich an meine Freundin.

?Wie sieht Ihre Zukunft als Autor aus?

!Ich schreibe schon am nächsten Buch. In welche Richtung es geht, kann ich aber noch gar nicht so genau sagen. Meine Ideen befinden sich immer im Wandel – während des Schreibens kann eben alles passieren.

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