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„Meine Themen liegen sozusagen auf der Straße“

Annelie Borstelmann veröffentlicht mit „Zeitreise“ ihr zehntes Buch.

Die Themen von Autorin Annelie Borstelmann sind oft aktuell. Fotos (2): oh

Von Maria Lüer. 19.01.2018.
 

Helmstedt. Mit ihrem neuen Buch „Zeitreise“ erinnert Autorin Annelie Borstelmann ihre Leser der Dinge, die im Laufe des Jahres geschehen sind. Vieles ist da zusammengekommen, das sich lohnte, aufgeschrieben zu werden: Reime und Gedichte sowie Kurzgeschichten aus dem alltäglichen, facettenreichen Leben über aktuelle Themen, spaßig, ironisch, zum Nachdenken anregend. Im Interview gibt die 69-jährige Helmstedterin Einblicke in ihre Passion: das Schreiben.

?Wie beschreiben Sie Ihren Schreibprozess?

!An meiner Art zu schreiben, hat sich seit zehn Jahren nichts geändert. Anfänglich handschriftlich zu Papier gebracht werden Ideen, sobald sie „reif“ sind, in den Computer getippt, gespeichert, eventuell mit kleinen Zeichnungen versehen. Das Layout und die druckfertige pdf-Datei erstellt dann mein Mann Uwe.

?Worüber schreiben Sie?

!Dicke Krimischmöker oder Liebesromane überlasse ich gern anderen Autoren. Meine Themen liegen sozusagen auf der Straße und in der Luft, sind oft aktuell. Durch das Ausfahren der „Antennen“, wie ich es nenne, greife ich vieles auf: Alltägliches, Lustiges, Komisches, zum Nachdenken und zum Schmunzeln Anregendes. Auch kritische, gesellschaftspolitische Beiträge werden in Gedichtform oder als Kurzgeschichten notiert.

?Worum geht es in Ihrem neuen Buch?

IIm Buch „Zeitreise“ geht es unter anderem um die Rautengeste der Kanzlerin und deren Bedeutung, die Lethargie des Volkes, gewaltbereite Fußballfans, die Erkenntnis, dass Geld nicht stinkt, die Frage, was männlich ist, ob ein Gärtner immer der Mörder sein muss, wie man im Vergleich zu Tieren bei der menschlichen Partnerwahl vorgeht, wie man positiv altert, man erfährt die Vorteile einer Computerfreundin Siri, wird über das Bloggen und Up-Cycling informiert und vieles mehr, das in keine Schublade passt.

?Was gibt Ihnen das Schreiben?

!Neben dem Chorgesang, den ich seit über vierzig Jahren hobbymäßig fröne, ist das Schreiben eine wunderbare Möglichkeit, sich auszudrücken. Ich darf etwas machen, bin dankbar für die Freiheit, es nicht tun zu müssen. Etwas tun zu dürfen, das Spaß macht, mich immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, ist ganz speziell. Losgelöst von irgendwelchem Zwang und Zeitdruck, ohne dass mir jemand im Nacken sitzt, darf ich Dingen auf den Grund gehen, sie be- und durchleuchten, an Formulierungen feilen. Den Entstehungsprozess kann ich von Anfang an bis zum Ende begleiten und selbst gestalten. Das Ergebnis in Form eines Buchs in den Händen zu halten, ist etwas Besonderes. Letztendlich schreibe ich für mich – und wenn es auch anderen gefällt, freut es mich.

?Wie setzten Sie Ihre Werke in Szene? Geben Sie Lesungen?

!Meine letzte öffentliche Bücherlesung fand im letzten Jahr auf Einladung des Inner Wheel Clubs Helmstedt anlässlich des Hallerkuchenessens im Herzoginnensaal des Schöninger Schlosses statt. Mach dich eher rar, lautet meine Devise, was Lesungen be-trifft. Sich selber mit dem Inhalt eines Buches zu beschäftigen, sich darin zu vertiefen, halte ich immer noch für wichtiger und besser, als sich einen Inhalt vorlesen zu lassen.

?Zu welchem Autor schauen Sie auf?

!Die fein gereimte Alltagspoesie von Reinhard Mey ist für mich ein Vorbild. Gerne lese ich auch Henning Mankell oder Cornelia Funke.

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