Monstertrucks und Schwiegermütter

Helmstedter Schüler assistiert als Zauberlehrling in der Magier-Show der Ehrlich Brothers.

Andreas Ehrlich schrumpfte seinen Bruder auf die Größe einer Handpuppe zusammen. Fotos (2): Nizar Fahem

Von Maria Lüer

Braunschweig/Helmstedt. Sie ließen ein Spielzeug-Auto zu einem acht Tonnen schweren Monstertruck wachsen und katapultierten sich auf einem Quad in Sekundenschnelle von der Bühne mitten ins Publikum: Mit ihrer Show „Faszination“ verblüfften die Ehrlich Brothers am Freitag in zwei Vorstellungen in der Braunschweiger Volkswagen Halle 8500 Besucher.

Bei ihren magischen Tricks gingen die zwei erfolgreichen Brüder nicht gerade zimperlich miteinander um: So schrumpfte Christian Ehrlich auf die Größe einer Handpuppe zusammen, mit der der Ältere seine Scherze trieb und ihn anschließend auf einer Streckbank wieder in volle Lebensgröße zurechtzog. Und Andreas Ehrlich wurden bei einer Illusion, die vermeintlich schief lief, seine Beine abgesägt, die sein Bruder für eine Tanzeinlage nutze.
Ins Staunen gerieten die Zuschauer vor allem dann, als Andreas aus einem überdimensionalen, flachen Tablet stieg, der jüngere Bruder spektakulär folgte und mit einem Motorrad aus dem Flachbildschirm fuhr, oder als in der Satire-Nummer auf den „Magier mit der Maske“ aus dem Fernsehen, der die Illusionen seiner Kollegen verrät, am Ende eine täuschend echt aussehende Löwenfigur in der Halle brüllte.

Neben den großen Illusionen überzeugte das Duo, das auf der Bühne dynamisch und witzig – wenn auch zeitweise sehr nah an der Kalauer-Grenze – agierte, auch mit kleinen Tricks: Ein schwebender Papierball wirkte ebenso faszinierend wie die Nummer mit dem Geldschein. Christian lieh sich von einem Herren aus dem Publikum einen 20 Euro-Schein, faltete ihn zusammen und verwandelte ihn zunächst in einen fünf Euro-, dann in einen 50 Euro-Schein.
Malte Grundmann aus Helmstedt, der seine Rolle als Zauberlehrling bei einer NH-Verlosung gewonnen hatte, assistierte bei einer „tierischen“ Nummer. Dabei zeigten die Ehrlichs eine Schatulle mit einem „Flohzirkus“. Malte bekam einen Schaumstoff-Floh in die Hand gedrückt und schloss sie zur Faust. Als der Schüler die Hand Augenblicke später wieder öffnete, fand sich darin der halbe Flohzirkus. Eine wunderbare, liebenswerte Szene, die zum Auftritt und zur Ausstrahlung der Ehrlich Brüder, die das Publikum mit Humor und Charme in viele ihrer Nummern miteinbezogen, gepasst hat. „Das war der Hammer“, freute sich Malte. „Auch wenn die Zeit mit den beiden sehr knapp war, war es ein tolles Erlebnis.“

Ein tolles Erlebnis hatten sicherlich auch die ausgewählten Schwiegermütter, obwohl sie per Teleportation plötzlich von der Bühne verschwanden, um gleich darauf am anderen Ende der Halle mit einem Sektglas in der Hand wieder aufzutauchen. Das Publikum war hin und weg, bis auf diesen einen, vermutlichen Schwiegersohn, der sich einen enttäuschen Kommentar nicht verkneifen konnte: „Die Nummer ist wohl misslungen …“

„Faszination“ – ja, der Name der Show war wirklich Programm. Mit aufwendigem Abrakadabra und einem engen Draht zu Klein und Groß machten die Brüder aus der tradierten Zauberei mit Schnurrbärten, Zylindern und schwarzen Umhängen eine wirklich rauschende Party.

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