Nawrocki macht den Deckel drauf

Braunschweig.

Gefährlich von außen: Dennis Nawrocki traf drei von fünf Dreierversuchen und stellte mit 14 Punkten eine persönliche BBL-Bestleistung auf. Foto: Hübner

So deutlich, wie die Löwen das Ergebnis nach 40 Minuten gestalteten, sah es in der ersten Halbzeit lange Zeit nicht aus. Am Ende aber konnten sie mit dem 82:68-Erfolg einen ganz großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

„Als Braunschweiger Jung ist für mich heute ein Traum in Erfüllung gegangen“, schilderte Dennis Nawrocki sein Gefühlsleben nach dem Heimsieg gegenüber den Fans. Diese, 2862 waren es am Sonntagabend in der VW-Halle, hatten den Lokalmatador schon während der Schlussminuten mit Sprechchören gefeiert. Zu Recht, denn der 25-Jährige, den die Löwen im Herbst als Ersatz für den verletzten Luis Figge aus der 2. Regionalliga (!) ins BBL-Team befördert hatten, zeigte in der Schlussphase mal wieder, wie kaltblütig er sein kann.

Zweieinhalb Minuten vor Spielende traf er einen wichtigen Dreipunktewurf, zur 76:65-Führung, nur eine halbe Minute später netzte er erneut von außen zum 79:65 ein – zwei Minuten vor Schluss war das die Vorentscheidung. Wenig später erhöhte der Guard dann per Korbleger mit Bonusfreiwurf gar auf 81:65 – und die Rockets schienen sich zu fragen, wer denn eigentlich dieser Dennis Nawrocki ist, der ihnen da gerade insgesamt 14 Punkte eingeschenkt hatte. Auch Löwen-Trainer Frank Menz ließ es sich nicht nehmen, in der anschließenden Pressekonferenz ein Kompliment an seinen spektakulären Lückenbüßer auszusprechen.

In Halbzeit eins hatten sich die Löwen noch schwergetan, vor allem aus der Distanz strauchelten sie, trafen keinen ihrer elf Dreierversuche. „Wir haben in der ersten Halbzeit schon besser gespielt, aber nicht getroffen“, sagte Menz nach der Partie. Vor allem mit der Defensivleistung war der Löwen-Trainer zufrieden, „Obasohan und Andi Obst sind überhaupt nicht zum Zug gekommen.“ Bis zur Pause war es vor allem ihr starker Allstar Scott Eatherton, der die Braunschweiger offensiv im Spiel hielt. Unterstützt von Bazou Koné, der immer mal wieder seine Explosivität zeigte und mit einem langen Bodenpass zu Tommy Klepeisz, fast über das gesamte Spielfeld, das vielleicht schönste Löwen-Anspiel der Saison auspackte.

Nach der Halbzeitpause (34:38) fielen dann endlich auch die Würfe von „Downtown“. Nachdem der insgesamt schwache Zygimantas Janavicius und der angeschlagene Nemanja Jaramaz noch gescheitert waren, eröffnete DeAndre Lansdowne den Dreierreigen mit zwei erfolgreichen Versuchen. Klepeisz legte zwei weitere Distanzwürfe nach und es stand nach 27 Minuten 50:48 für die Gastgeber. Von nun an wuchs die Führung kontinuierlich. Als es acht Minuten vor dem Ende beim 67:55 für die Löwen schon sehr gut aussah, starteten die Erfurter allerdings einen 9:0-Run, es wurde noch mal spannend. Doch gute Verteidigung, etwa durch Koné und Lansdowne, die in Co-Produktion einen wichtigen Ball eroberten, und die Crunchtime-Qualitäten von Dennis Nawrocki sorgten dafür, dass am Ende nichts mehr anbrannte.

„Jeder wusste um die Bedeutung des Spiels – dass wir mit einem Sieg einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen“, freute sich Coach Menz über den fünften Heimtriumph und insgesamt achten Sieg der Saison. Nach 20 Partien haben die Löwen als Tabellen-13. jetzt vier Siege mehr als der Vorletzte Erfurt – und den wichtigen direkten Vergleich in der Tasche.

Für die Löwen punkteten: Eatherton 24 (12 Rebounds), Lansdowne 18, Nawrocki 14, Koné 12, Klepeisz 8 (10 Assists), Schwartz 4, Janavicius 2, Lagerpusch, Jaramaz, Alte.

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