• Home
  • > >
  • „Nicht erwähnt, heißt nicht verboten“

„Nicht erwähnt, heißt nicht verboten“

Öffentlicher Empfang für Frauen zum Internationalen Frauentag.

Die Organisatoren mit Bürgermeisterin Annegret Ihbe und der Gleichstellungsbeauftragten Marion Lenz während des Empfangs zum Internationalen Frauentag im Rathaus. Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Von Ingeborg Obi-Preuß, 10.03.2018.

Braunschweig. Ein dickes Lob gab es für das 8.-März-Bündnis von Marion Lenz. Für die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt war es der erste Empfang zum Internationalen Frauentag.

Ihre geplante Rede ließ sie mit Blick auf die Uhr souverän ausfallen, kurz, prägnant und herzlich führte sie ins Thema des Tages „100 Jahre Frauenwahlrecht“ ein. Stolz blickten die Frauen auf lokale Vorgängerinnen in der Politik, unter anderem war von Martha Fuchs die Rede, der ersten und bisher einzigen Oberbürgermeisterin Braunschweigs.
Ganz aktuell stellten sich 21 junge Braunschweigerinnen in dem Kurzfilm-Projekt „Wofür kämpfen wir heute?“ den Fragen der Künstlerin Franziska Rutz. Und sie hatte jede Mengen Themen, die sie bewegen.
Das Projekt beantwortete auch gleich die Frage, die sich Frauen rund um den 8. März nach wie vor anhören müssen: Habt Ihr immer noch nicht genug?
Bürgermeisterin Annegret Ihbe gab Einblicke in die mühselige Geschichte des Frauenwahlrechts und kam schnell auf die heutige Situation zu sprechen: Immer noch viel zu wenig Frauen in den Parlamenten.
Schauspielerin Birgit Scheibe führte in der Rolle der Feministin Anita Augsprung durch die mitunter grotesken Geschichten, die Frauen erleben, weil sie Frauen sind. Besonders schön die Reaktion von zwei Hamburgerinnen, die in den 20er Jahren ans Finanzamt schrieben: „Wenn es unweiblich ist zu wählen, ist es auch unweiblich, Steuern zu zahlen.“ Eine Rückforderung formulierten sie gleich mit. Oder die Logik, mit der Anita Augspurg 1902 den Verein für Frauenstimmrecht gründete: Das kaiserliche Vereinsrecht hatte die Frauen gar nicht erwähnt. „Nicht erwähnt, heißt nicht verboten“, schlossen Anita Augspurg und ihre Mitstreiterinnen daraus. Mit Erfolg.

^