Radler haben ein Herz für Senioren

Benefiz-Tour durch Deutschland für ein vom Hochwasser verwüstetes Pflegeheim.

Die „Löwen-Herz-Tour“.

Von Andreas Konrad, 28.04.2018
 
Braunschweig. „Solche Ideen kommen mir immer auf dem Rad“, sagt Torsten Bierwisch. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, schließlich verbringt der leidenschaftliche Rennradfahrer viele Trainingsstunden im Sattel. Besonders ist aber die Idee: Bierwisch will mit anderen Radsportlern – darunter auch welche mit geistiger Behinderung – knapp 2800 Kilometer in Herzform durch Deutschland fahren, um Spenden für ein Pflegeheim zu sammeln.
„Löwen-Herz-Tour“ ist der Name für das Projekt, das vom Verein „Friends For Life“ (FFL), dem Bierwisch als zweiter Vorsitzender angehört, ausgerichtet wird. FFL richtet seit Jahren ähnliche Aktionen aus und war auch maßgeblich daran beteiligt, dass im Jahr 2016 erstmals in der Geschichte des legendären „Race Across America“ (RAAM) ein inklusives Team an den Start gegangen ist. 4800 Kilometer quer durch den Kontinent galt es dabei zu bewältigen. „Die Rennradsportler aus dem Verband der Special Olympics und die Sportler ohne Handicap hatten damals ein einmaliges Erfolgserlebnis“, erzählt Bierwisch.

Diese Geschichte soll sich jetzt fortsetzen. Start ist am 19. August um 12 Uhr vor dem Rathaus, Oberbürgermeister Ulrich Markurth hat die Schirmherrschaft übernommen. Jede von zwei Gruppen soll täglich zweimal 100 Kilometer radeln, auch Nachtfahrten sind geplant. Ein Wohnmobil und zwei Autos begleiten den Tross. Unterwegs werden soziale Einrichtungen angesteuert und diese dadurch zu Mitstreitern gemacht. Die Strecke ist so ausgewählt, dass sie auf einer Landkarte ein Herz ergibt, sie berührt dabei Küsten und Berge, Städte und Dörfer. „Der Herzschlag dieser spektakulären Aktion soll die Menschen überall in Deutschland bewegen“, hofft Bierwisch. Die Ankunft in Braunschweig ist für den 26. August geplant, parallel zur Zieleinkunft der Cycle-Tour, einem Radrennen von Magdeburg nach Braunschweig.

Die Tour selbst wird von den Teilnehmern finanziert, die Spenden, die im Umfeld gesammelt werden, fließen direkt an ein Pflegeheim der Evangelischen Stiftung Neuerkerode in Goslar, das kürzlich durch ein Jahrhunderthochwasser schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Viele Bewohner haben dabei ihr persönliches Hab und Gut verloren. „Unsere behinderten Radsportler finden das ganz besonders toll, dass sie dort helfen können“, weiß Bierwisch.
Wer ebenfalls das Projekt unterstützen möchte, kann sich an den Verein FFL wenden (info@ffl-extremsport.de), der als weiteren Spenden-Baustein auch einen Kunst-Rad-Kalender mit Bildern von Künstlern mit geistiger Behinderung aus Neuerkerode kreiert hat.
Beide Aktionen werden auch noch einmal am Freitag (4. Mai) um 20 Uhr im Kino C1 vorgestellt, wenn dort RAAM-Film „take time for a ride“ gezeigt wird. Auch hier ist der Eintritt von 8 Euro für den guten Zweck.

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