Respekt als Wegweiser

Mathias Rosenbusch.

Mathias Rosenbusch und sein Wagen für Neuerkerode. Foto: Obi-Preuß

Von Ingeborg Obi-Preuß, 10.02.2018.

Braunschweig. Auch Mathias Rosenbuch kam über sein Studium an der HBK zum Wagenbau. „Irgendwann erzählte uns HBK-Vize Gerhard Baller von sechs Sponsoren, die Karnevalsswagen bauen lassen wollten“, erinnert sich Rosenbusch. „Aus dem anfangs ungeliebten Kind und einem winzigen Umzug ist der größte Schoduvel und für mich eine Passion geworden“, blickt der Künstler zurück, „und die Zufriedenheit mit dieser Arbeit wuchs stetig.“ Sein erster Wagen, die Hansekogge „Mathilde“ ist – mehrfach umgebaut – noch immer dabei.

Im zweiten Jahr arbeitet Rosenbusch jetzt mit der Stiftung Neuerkerode zusammen. „Den Wagen vom vergangenen Jahr haben wir dieses Jahr zum 150. Geburtstag der Stiftung aktualisiert“, erzählt Rosenbusch. Gemeinsam mit einer Gruppe Bewohner aus Neuerkerode hat der Bildhauer einen Workshop durchgeführt und letztlich mit ihnen gemeinsam auch den Wagen neu angemalt und Schilder mit einer 150 darauf entworfen und gebaut. Die Arbeit mit sogenannten behinderten Menschen hat den Künstler verändert.
Schon 2008 hat Rosenbusch mit seiner Künstlergruppe Bild-Bau ein Modell für Sehbehinderte vom Dom angefertigt, das anschließend in Bronze gegossen und aufgestellt wurde. „Damals hatte ich engen Kontakt zu sehbehinderten Menschen, habe von ihnen gelernt, anders zu fühlen, mit den Händen zu sehen“, erzählt er. Und auch jetzt beim Wagenbau ist er immer wieder erfreut, wie großartig Kunst eine Brücke sein kann zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. „In unserer Gruppe waren acht verschiedene Menschen mit acht verschiedenen Beeinträchtigungen, jeder konnte eben anderes besser“, erzählt Rosenbusch, „aber alle waren immer voller Eifer dabei.“
Berührungsängste hat er keine mehr. „Respekt und Ernstnehmen sind die wesentlichen Voraussetzungen für einen guten Umgang miteinander“, resümiert er. Und das gelte ja wohl für alle Menschen gleichermaßen.

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