Respekt und Anerkennung

GdP fordert Stärkung des Öffentlichen Dienstes und der Polizei.

Dietmar Schilff.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 17.03.2018.

Braunschweig. Voller Einsatz für die Polizei am Wochenende. Wieder einmal. Grund genug für Dietmar Schilff, dem gerade wiedergewählten Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), für seine Kollegen mehr Anerkennung zu fordern. Im Hinblick auf die aktuellen Streiks im öffentlichen Dienst, betont Schilff: „Dass die Arbeitgeber überhaupt kein Angebot vorgelegt haben, zeigt eine Missachtung gegenüber den Beschäftigten.“

Am Sonnabend stehen mehrere Großveranstaltungen rund um das kurdische Newrozfest auf dem Expogelände in Hannover an, am Samstagabend ist das Bundesligaspiel Wolfsburg gegen Schalke, am Sonntag das Zweiligaspiel Braunschweig gegen Duisburg und das Drittligaspiel Osnabrück gegen Preußen Münster. Die Polizisten kommen „aus ihren Stiefeln gar nicht raus“, beschreibt Schilff die Situation. Direkt nach seiner Wiederwahl hat er die Forderungen der GdP erneut formuliert. Dazu gehört unter anderem die Anpassung der Besoldung an die anderen Bundesländer. „Wir stehen in Niedersachsen an drittletzter Stelle, in NRW bekommen die Kollegen im Durchschnitt 300 Euro pro Monat mehr. Außer in Niedersachsen und zwei anderen Ländern wird auch Weihnachtsgeld gezahlt. Das ist in Niedersachsen seit 2005 für die meisten Beamten gestrichen.“ Da würden junge Menschen doch gleich in einem anderen Bundesland ihre Ausbildung beginnen, macht Schilff deutlich.

Da die Gehälter der Polizei dem öffentlichen Dienst folgen, unterstützt die GdP die Verdi-Forderungen. Er weiß um die reflexartigen Vorurteile über den öffentlichen Dienst – „ihr habt es doch gut, seid unkündbar, habt einen sicheren Job“ – aber die meisten Beschäftigten würden in den unteren Einkommensgruppen arbeiten, macht Schilff deutlich, „wir reden von Busfahrern, Krankenschwestern, Müllfahrern und eben auch von Polizisten.“

Positiv spricht er über den verbesserten Standard der Ausstattung. Auch die Entscheidung der Großen Koalition, 500 neue Polizisten plus 250 Mitarbeiter in der Verwaltung einzustellen, begrüßt der Gewerkschaftsmann.
Notwendig sei aber auch, mehr Stellen in den oberen Bereichen zu schaffen. „Nach drei Jahren Bachelorstudium gehen die Kommissarinnen und Kommissare mit rund 2600 Euro brutto in den Polizeidienst. Und im Schnitt warten sie zehn bis zwölf Jahre auf die erste Beförderung.“

Zur Gegenfinanzierung auch für die Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst empfiehlt Schilff die Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuer sowie die Besteuerung von Konzernen, die in Deutschland ihr Geld verdienen, aber ihren Sitz irgendwo ins Ausland verlegt haben.

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