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Saison 2016/17: Aufstiegschance in Bielefeld verspielt

2. Fußball-Bundesliga: Christoffer Nyman rettet Eintrachts Rückrundenauftakt in Würzburg – Jasmin Fejzic wird zum Helden in Fürth.

Erzielte wichtige Tore für Eintracht in der Rückrunde der Saison 2016/17: Christoffer Nyman. Foto: Susanne Hübner

Von Elmar von Cramon, 29.12.2017.

Braunschweig. Der Auftakt ins Jahr 2017 begann für Eintrachts Zweitliga-Fußballer mit einer Wechseldiskussion. Trotz einer klaren Ansage der Verantwortlichen, dem bisherigen Kader weiterhin das Vertrauen zu schenken, betraf dies vor allem die Torhüterposition. Besonders der Schwede Patrick Carlgren wurde immer wieder ins Gespräch gebracht, wechselte schließlich aber nach Dänemark auf die Ersatzbank des FC Nordsjaelland. Letztlich verstrich das Ende der Transferperiode ohne Zu- oder Abgänge bei den Blau-Gelben.

Christoffer Nyman hatte Eintracht den Rückrundenauftakt „gerettet“, als er in Würzburg in der Nachspielzeit das 1:1 markierte. Die folgenden Wochen verliefen unruhig: Nach einer Heimniederlage gegen St. Pauli und dem Remis in Nürnberg gab es für die Elf von Torsten Lieberknecht beim 1:1 gegen Aue sogar Pfiffe im Eintracht-Stadion.
Anschließend stellten die Löwen ihre Qualitäten aber deutlich unter Beweis und landeten beim 1:0 in Sandhausen den ersten Dreier im neuen Jahr. Den Siegtreffer markierte ausgerechnet Mirko Boland, der sich nach langer Durststrecke wieder eindrucksvoll ins Team gekämpft hatte.
Last-Minute-Erfolg
Im Spitzenduell gegen Stuttgart musste die Mannschaft sich zu Hause zwar mit einem 1:1 begnügen, landete in Düsseldorf dank Onel Hernandez aber einen wichtigen Last-Minute-Erfolg nach Rückstand. Noch spektakulärer ging es dann gegen Heidenheim zu; 15 Minuten vor Schluss lagen die Gäste noch in Führung, bevor erst Christoffer Nyman zum Ausgleich traf und der Distanzkracher von Ken Reichel zum 3:2 das Eintracht-Stadion in der Nachspielzeit endgültig in ein Jubelmeer verwandelte.
Die Löwen zeigten sich zum Auftakt der englischen Woche am ersten Aprilwochenende unbeeindruckt und schlugen in Kaiserslautern erneut in der Schlussphase zu. Mirko Boland, wegen einer Verletzung mit einer Gesichtsmaske, bugsierte den Ball nach einer Ecke ins Netz und ließ den blau-gelben Anhang jubeln.
Das folgende Match bei Greuther Fürth endete torlos. Zum Helden wurde an seiner alten Wirkungsstätte Keeper Jasmin Fejzic, der im ersten Durchgang einen Elfmeter parierte. Nächster Gegner war Dynamo Dresden. Spielerisch sahen die Fans eine abwechslungsreiche Partie, die durch das plötzliche Anspringen der Rasensprenger um eine bemerkenswerte Anekdote bereichert wurde. Spektakulär aber vor allem das Ende: Wie schon gegen Heidenheim behielt Reichel in der Nachspielzeit die Nerven und sicherte seinen Blau-Gelben aus der Distanz die umjubelten drei Punkte.
Niedersachsenderby
Am Osterwochenende stand das Niedersachsenderby auf dem Programm, für die Fans beider Mannschaften das „Spiel der Spiele“. Wie in den Vorjahren wurde die Partie als Hochsicherheitsspiel durchgeführt; auf dem Rasen ging es eher unspektakulär zu. Die „Roten“ behielten mit einem 1:0-Erfolg das bessere Ende für sich. Negativ in Erscheinung trat Schiedsrichter Sascha Stegemann, der den Löwen einen glasklaren Elfmeter versagte. In der folgenden Partie zeigte sich Eintracht, nun wieder Tabellenvierter, jedoch unbeeindruckt und gewann gegen Bochum mit 2:0. Für weitere Freude sorgte Onel Hernandez, der seinen Vertrag vor der Partie bis 2020 verlängerte.
Löwenduell
Das nächste Auswärtsspiel, das Löwenduell gegen 1860 München, sorgte vor allem nach der Partie für Gesprächsstoff. 60-Coach Vitor Pereira machte durch rüpelhaftes Verhalten gegen Torsten Lieberknecht auf sich aufmerksam. Dieser blieb jedoch cool und konnte sich freuen, dass die Braunschweiger dank eines Nyman-Treffers drei glückliche Zähler mitnahmen.
Die Spannung wuchs nun ins Unermessliche, da am drittletzten Spieltag das direkte Duell zwischen Eintracht und Union Berlin auf dem Programm stand. Nachdem die Konkurrenz aus Stuttgart und Hannover ihre Hausaufgaben bereits erledigt hatte, zogen die Blau-Gelben nach: Durch ein souveränes 3:1 gegen die Hauptstädter sorgte die Mannschaft für eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf und sicherte sich so Platz drei. Held des Abends war einmal mehr Ken Reichel, der gegen das Team aus seiner Geburtsstadt gleich doppelt traf. Auch Domi Kumbela hatte Grund zum Jubeln, nachdem er durch sein Tor zum 3:1 eine monatelange Durststrecke beenden konnte und anschließend, genau, wie Mirko Boland, seinen Vertrag verlängerte.
Dramatik pur lautete nun das Motto: Eintracht trat in Bielefeld an während parallel Hannover und Stuttgart aufeinandertrafen, das Tor zum direkten Aufstieg schien für Eintracht weit geöffnet. Die Begegnung geriet allerdings zum Fiasko. Nach frühem Rückstand durch ein Eigentor von Jan Hochscheidt gingen die Löwen mit 0:6 unter. Nicht nur das Torverhältnis wurde ruiniert, auch die Chance, den Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen, war dahin.
Am letzten Spieltag gegen Absteiger Karlsruhe musste nun ein deutlicher Sieg her, der aber nur bei einer gleichzeitigen Niederlage von Hannover in Sandhausen etwas nützen würde. Für Freude sorgte die Vertragsverlängerung von Jasmin Fejzic, mit dem VfL Wolfsburg stand auch der Gegner für das wahrscheinliche Relegationsszenario fest.
Tolle Choreographie
Am letzten Spieltag sorgten die Eintracht-Fans mit einer faszinierenden Choreographie zum
50-jährigen Meisterschaftsjubiläum ebenso für Gänsehaut wie Joachim Bäse, der unter dem Jubel der Fans im ausverkauften Stadion die Meisterschale vor dem Anpfiff in die Höhe reckte.
Die Löwen zeigten sich hiervon motiviert und lagen durch Kumbela früh in Front. Nach einer 2:1-Halbzeitführung reichte es am Ende aber nicht zum direkten Weg ins Oberhaus: Die „Roten“ hatten sich keine Blöße am Hardtwald gegeben und feierten dort durch ein 1:1 den Aufstieg, während Eintracht gegen Wolfsburg „nachsitzen“ musste.

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