Sanfter Promi auf zwei Beinen

Naturhistorisches Museum zeigt einen Plateosaurus als Vorgeschmack auf „Jurassic Harz“.

m Vergleich zum Körper war der Kopf des Dinosauriers eher klein. Mit seinen vielen spitzen Zähnen zupfte er Pflanzen, hatte aber auch genügend Kraft im Kiefer, um ordentlich zuzubeißen. Fotos: Birgit Leute

Von Birgit Leute, 03.03.2017.

Braunschweig. Er war vielleicht nicht einer der Größten. Und sicher auch nicht einer der Blutrünstigsten. Aber wenn Wissenschaftler seinen Namen hören, schlägt ihr Herz höher. Ab heute zeigt das Naturhistorische Museum ein lebensgroßes Exemplar des Plateosaurus engelhardti.

Der Dino soll schon einmal einen Vorgeschmack auf die große Sonderschau „Jurassic Harz – Dinosaurier von Oker bis Wyoming“ “ geben, die ab dem 1. April die Besucher begeistern will.

„Was den Plateosaurus so besonders macht, ist seine Rolle in der Evolution“, erklärt Dr. Ulrich Joger, Direktor des Naturhistorischen Museums stolz. Mit rund neuen Metern Länge hat der Dino aus dem Trias zwar eher ein „handliches Format“ verglichen mit den Giganten, die in der Kreidezeit die Erde eroberten. Aber: Er ist deutlich älter als der berühmte Tyrannosaurus Rex – nämlich fast 210 Millionen Jahre – und ein wichtiges Bindeglied zwischen den Fleisch- zu den Pflanzenfressern. „Man ist heute ziemlich sicher, dass der Plateosaurus auf den Hinterbeinen stand, was typisch für die Fleischfresser war“, erläutert Joger. Gleichzeitig ernährte sich der Dino aber rein vegetarisch von Farnen, Schachtelhalmen und Ginkgoblättern.

„Der Plateosaurus hatte einen kleinen Kopf mit ebenso kleinen Zähnen konnte aber durch den kräftigen Kiefer auch ordentlich zubeißen. Er gilt heute als ein Vorfahr der riesigen langhalsigen Sauropoden, die sich auf vier Beinen fortbewegten“, so Joger.

Das lebensgroße Skelett, das die Besucher ab heute im ersten Stock des Museums bewundern können, stammt aus Süddeutschland und gehört dem Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim. Eine große Anzahl von Überresten wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aber auch in Halberstadt gefunden, und sogar im Landkreis Wolfenbüttel wurden Wissenschaftler fündig. Diese Fossilien sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. „Rund 20 Objekte stammen aus unserem Museum“, sagt Rüdiger Becker, Direktor des Heineanums in Halberstadt und freut sich, die Reste endlich einem größeren Publikum zeigen zu können. „Ich hoffe, dass Wissenschaftler auf das Material aufmerksam werden und erneut unter die Lupe nehmen. Bislang ist nämlich noch nicht klar, ob die Fossilien zu Platosaurus engelhardti oder quenstedi zählen“. Dem normalen Besucher dürfte das vermutlich egal sein – das Exemplar aus Mannheim ist beeindruckend genug.

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