Smiley und Daumen hoch

Braunschweig hat ein freundliches digitales Gesicht – und ein paar Falten.

Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH (M.), Stefan Urbanski (r.) und Hans-Joachim Gras stellten die Studie und daraus resultierende Maßnahmen vor. Foto: Peter Sierigk

Von Marion Korth, 18.10.2017.

Braunschweig. Wir schauen in ein Gesicht und bilden uns ein Urteil über den Menschen dahinter. Und im Netz? Auch dort entstehen aus Bildern, Berichten und Mitteilungen, die auf Internetseiten und über die sozialen Netzwerke verbreitet werden, „Gesichter“ – von realen Personen oder auch ganzen Städten

. Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH hat es ganz genau wissen wollen: Wie ist es um die digitale Online-Präsenz der Innenstadt bestellt und welches Bild ergibt sich daraus?

Daumen hoch und Smiley – zwei Symbole, die für „alles bestens“ stehen – gab es gar nicht mal so selten. Schon allein dafür, dass Braunschweig überhaupt eine solche Arbeit in Auftrag gegeben habe und damit bundesweiter Vorreiter sei. Die cima Beratung und Management GmbH hat das Netz durchgefiltert, die new communication GmbH & Co.KG die Daten bewertet. 110 Innenstadtakteure von der Stadt Braunschweig über Karstadt, New Yorker und die Buchhandlung Graff bis hin zum BZV-Medienhaus wurden in einer Stichprobe bezüglich der Online-Präsenz genauer untersucht. 90 Prozent von ihnen verfügen über eigen Webseiten, mehr als im deutschlandweiten Durchschnitt.

Aus vier Millionen Quellen kamen im ersten Schritt fast 7500 Beiträge zusammen, nach weiterer Eingrenzung blieben 2800 Beiträge, die sich tatsächlich auf die Braunschweiger Innenstadt bezogen. In einer persönlichen Auswertung seien sie alle gelesen worden, um zu entscheiden, ob sie eher freundlich gemeint oder aber abwertend zu sehen sind. Hans-Joachim Gras (new communication) zog Bilanz: „Die Braunschweiger sind emotional mit ihrer Stadt verbunden und zeigen das auch online. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Vor allem Großveranstaltungen wie Magnifest oder Burgplatz-Open-Air gaben Anlass, gefühlter Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Gemecker über Staus oder mangelnde Parkplätze seien in Braunschweig dagegen überhaupt kein Thema.

Falten im sonst fröhlichen digitalen Gesicht der Innenstadt haben die Fachleute allerdings auch entdeckt: Die einzelnen Stadtquartiere und viele Einzelhändler sollten ihre Online-Strategie und ihren Online-Auftritt ergänzen und modernisieren sowie digitale Möglichkeiten besser nutzen, so die Empfehlung. Auffällig sei beispielsweise, dass im Handel die Wenigsten mobile Anwendungen zur Verfügung stellen – ein Muss heutzutage. Ebenso wie der Grundeintrag bei Google Maps, der das Geschäft mit Basisdaten wie Adresse und Öffnungszeiten auf der Stadtkarte verankert. Dieser Eintrag sei wie eine Visitenkarte und sorge in der Google-Suchmaschine gleich für eine bessere Positionierung. „Wer bei Google nicht gefunden wird, ist heutzutage nicht existent“, bringt es Stefan Urbanski (cima) auf den Punkt.
„Der Handel muss zwingend präsenter sein“, sagte Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH, bei der Präsentation des Online-Checks. Selbst Kunden, die sich bewusst für den stationären Handel entscheiden, würden zuvor oft im Internet recherchieren.

Die aus der Auswertung gezogenen Erkenntnisse werden nun auch in die Praxis umgesetzt. So wurden den Geschäftsleuten die Ergebnisse persönlich präsentiert. Für wenige Euro können sie zudem einen Basischeck ihrer Online-Präsenz buchen, außerdem sollen Workshops angeboten werden.

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