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„Spüre Mut, Freude und Dankbarkeit“

Fußball: Pedersen übernimmt Cheftrainerposten bei Eintracht – Vertrag bis 2020.

Neuer Cheftrainer bei Eintracht Braunschweig: Henrik Pedersen. Foto: Susanne Hübner

Von Elmar von Cramon, 01.06.2018.

Braunschweig. Henrik Pedersen wird neuer Eintracht-Coach. Nachdem er am Mittwoch einen Zweijahresvertrag plus Option unterzeichnet hatte, wurde der Nachfolger von Torsten Lieberknecht am Donnerstag vorgestellt. Bis Dezember 2017 hatte der Däne als Co-Trainer von Jens Keller bei Union Berlin gearbeitet und war zuvor als Cheftrainer in der dänischen 2. Liga und für die U19 von RB Salzburg tätig. Außerdem fungierte er für den österreichischen Klub als globaler Koordinator und technischer Direktor im Nachwuchsbereich. Der 40-Jährige stammt aus der dänischen Stadt Humlum. Er und seine Frau Isabella sind seit einem Monat Eltern von Sohn Milo.

Pedersen gab einen Einblick über seine Philosophie und künftige Arbeitsweise.
Die Gespräche mit den Eintracht-Verantwortlichen: „Die zwischenmenschliche Ebene war bei den Gesprächen top. Das war neben dem großen Potenzial, was in diesem Verein liegt, der Hauptgrund, warum ich mich für Braunschweig entschieden habe.“
Vorgänger Torsten Lieberknecht: „Ich habe größten Respekt vor der Arbeit, die Torsten Lieberknecht hier geleistet hat. Gesprochen habe ich mit ihm aber nicht, weil ich meine eigenen Erfahrungen machen möchte, um einen Weg zu finden, mit Eintracht Braunschweig wieder erfolgreich zu sein.“
Die künftige Spielidee: „Ich möchte, dass wir in jedem Spiel die Initiative übernehmen, besonders im eigenen Stadion mit unseren Fans im Rücken. Unser Fundament werden aggressives, hohes Pressing, aggressives Gegenpressing und schnelles Umschalten sein. Da viele Mannschaften gegen uns in der 3. Liga tief und sehr kompakt stehen werden, müssen wir aber auch viele Gedanken mit Ball entwickeln, um ein Spiel kontrollieren zu können.“
Die 3. Liga: „Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung, zu der auch Druck gehört. Es gibt in diesem Verein so viele Fans, die natürlich auch Erwartungen haben. Auch wir haben Erwartungen an uns selbst und werden gemeinsam alles tun, um diese Ziele zu erreichen. Ich fühle mich bereit für die Aufgabe, habe keine Angst, sondern spüre Mut, Freude und Dankbarkeit.“
Die Anforderungen an seine Spieler: „Unsere Spielweise ist eine Arbeiterphilosphie. Sie müssen es lieben zu laufen und nach vorne zu spielen, sollen mutig sein, dürfen aber auch Fehler machen. Außerdem müssen sie großen Hunger mitbringen sich weiterzuentwickeln, nicht nur fußballerisch, sondern auch als Mensch.“
Intensiv und arbeitsreich waren die vergangenen zwei Wochen für Marc Arnold und Soeren Oliver Voigt. Nicht weniger als zehn Kandidaten für den Cheftrainerposten nahmen der sportliche Leiter und der Geschäftsführer der Blau-Gelben im persönlichen Gespräch unter die Lupe. Drei davon schafften es letztlich in die Endauswahl. In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entschieden sich die Löwen schließlich für Henrik Pedersen als neuen Coach, der in die großen Fußstapfen von Torsten Lieberknecht treten soll.
„Er erfüllt unser Anforderungsprofil nahezu perfekt“, erläutert Voigt vor dem Hintergrund, dass eine engere Verzahnung zwischen Profiteam und Nachwuchsbereich neben dem Zusammenstellen einer schlagkräftigen Mannschaft für einen erfolgreichen Neuanfang künftig im Vordergrund stehen soll. „Henrik hat große Erfahrung auch international im Nachwuchsbereich gesammelt, war in Dänemark Cheftrainer und hat Deutschland in seiner Zeit als Co-Trainer bei Union Berlin sehr gut kennengelernt.
Im Gespräch überzeugte der Däne laut Arnold auf ganzer Linie, auch durch seinen „ganzheitlichen Ansatz“ bei der Spielerentwicklung. „Er versucht, Spieler auf sportlicher und physischer Ebene zu verbessern und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung auch mental stabiler zu machen, um bestmögliche Leistungen zu bekommen und das Mannschaftsgefüge so weiterzuentwickeln.“
Auch könne man den spielerischen Ansatz des Dänen „sehr gut gebrauchen“, um die Herausforderungen der neuen Spielklasse anzunehmen. „Wir wissen, was im Eintracht-Stadion los sein kann, wenn wir aggressiv nach vorne spielen. Das wollen wir in der neuen Saison wieder vermehrt zeigen“, so Arnold.
Der neue Kader soll aus ungefähr 20 Feldspielern und drei Torhütern bestehen. Anfang nächster Woche sollen die ersten Personalien feststehen, auch wenn Pedersen noch nicht mit allen Spielern des alten Kaders gesprochen hat. Auch Torwart- und Co-Trainerpositionen werden neu besetzt. „Es wird ein komplett neues Trainerteam geben“, erklärt Arnold.
„Das Ziel soll natürlich der Aufstieg sein. Es kommen aber auch andere sehr gute Vereine in die 3. Liga, wie Kaiserslautern, 1860 München und KFC Uerdingen, davor haben wir höchsten Respekt“, erklärt Voigt, der dem neuen Mann an der Seitenlinie in jedem Fall genügend Zeit zum Neuaufbau geben will.
Außerdem wird Eintracht die zum Ende der Spielzeit auslaufenden Verträge mit Mirko Boland, Domi Kumbela, Patrick Schönfeld, Joseph Baffo, Quirin Moll, Maximilian Sauer, Özkan Yildirim, Louis Samson, Steve Breitkreuz und Eric Verstappen nicht verlängern.

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