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Studium: Hilfe suchen statt hinwerfen

Das Projekt „Wegbereiter“ bietet Studienabbrechern an den Hochschulen der Region Rat an.

Thomas hat Hilfe beim Projekt „Wegbereiter“ gesucht. Das Ingenieursstudium erschien ihm zu theoretisch, Johanna Kuchling (r.) und ihre Kollegen konnten helfen. oh

01.03.2017.

Braunschweig. Schlechte Noten, Überforderung, enttäuschte Erwartungen – es gibt viele Gründe, warum Studenten das Studium von jetzt auf gleich hinwerfen. Oft bleibt danach das Gefühl, versagt zu haben. Das Projekt „Wegbereiter – Perspektiven trotz Studienabbruch“ an der TU will helfen.

Seit August 2016 unterstützt ein Team von drei Mitarbeitern Studienzweifelnde und bereits Exmatrikulierte der vier regionalen Hochschulen (Hochschule für Bildende Künste, Ostfalia, TU Braunschweig und TU Clausthal). Das Ziel: einen eigenen Weg zum Berufsabschluss zu finden.

„Ein Großteil der Studierenden hadert mit der Studienwahl, schleppt dieses Gefühl aber noch lange mit sich herum, bevor Hilfe in Anspruch genommen wird“, sagt Johanna Kuchling vom Projektteam. Sie und ihre Kollegen Inga Möller und Marcus Voitel appellieren deshalb an alle zweifelnden Personen, sich frühzeitig mit ihrem persönlichen Anliegen an professionelle Beratungs- oder Clearingstellen zu wenden.

Auch Elisa und Thomas suchten Rat und sind froh, diesen Schritt gemacht zu haben. „Ich hatte das Gefühl, ich kann so sein, wie ich bin und muss mich nicht rechtfertigen“, erzählt Elisa. „Das Team hat mich und meine Zweifel ernst genommen.“ Elisa nahm Kontakt auf, weil sie sich nicht vorstellen konnte, ihr ganzes Berufsleben als Lehrerin zu verbringen. Nachdem sie alle Alternativen abgewägt und ein Coaching mit den Wegbereitern durchgeführt hatte, entschied sie sich, doch an der TU zu bleiben und ist mittlerweile im Master Lehramt eingeschrieben.

Thomas hatte sich wie viele Schulabgänger nach dem Abitur an den Schulfächern orientiert, in denen er gute Noten hatten, deshalb wählte er den Studiengang Maschinenbau. Schon bald war für ihn klar: Das Ingenieursstudium war für ihn zu theoretisch, er entschied sich letztlich für eine duale Ausbildung und konnte sogar an der TU Braunschweig bleiben: als Auszubildender zum Feinwerkmechaniker.

Seit Projektstart hat das Wegbereiter-Team auf diese Weise mehr als 80 Ratsuchende in mehr als 250 persönlichen Gesprächen betreut. „Wir arbeiten eng mit den hochschulischen und außerhochschulischen Bildungs- und Beratungseinrichtungen zusammen“, sagt Kuchling – ein Best-Practice-Beispiel für das Ineinandergreifen unterschiedlichster Angebote der regionalen Beratungs- und Bildungslandschaft.

Info:

•Das Projekt „Wegbereiter“ wird für zwei Jahre vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln gefördert.

•Regionale Kooperations- und Netzwerkpartner: u.a. Hochschulen, Agentur für Arbeit, Allianz für die Region, die Arbeitgeberverbände Braunschweig und Harz sowie die Braunschweig Zukunft GmbH

•Kontakt: Telefon 0531/391-8944, Infos unter www.tu-braunschweig.de/wegbereiter-studienabbruch.

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