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Traum vom Champions League-Sieg geplatzt

Mit 1:4 haben die Frauen des VfL Wolfsburg das Finale am Donnerstagabend in Kiew gegen Olympique Lyon verloren.

Enttäuscht: Pernille Harder und ihre Mitspielerinnen vom VfL. Foto: regios24/Darius Simka

Von Jens Neumann, 25.05.2018.
 

Wolfsburg. Aufopferungsvoll gekämpft, aber der Traum ist geplatzt: Mit 1:4 (0:0, 0:0) haben die Frauen des VfL Wolfsburg das Champions League-Finale am Donnerstagabend in Kiew gegen Olympique Lyon verloren.

Beide Teams legten einen engagierten Start hin und zeigten bei bestem Wetter, dass es wirklich das Duell der zwei wohl besten Mannschaften der Welt im Frauenfußball ist. Und so verbuchten sowohl Lyon als auch der VfL mehrere gute Chancen. Einzig: Das entscheidende Tor wollte beiden Seiten nicht gelingen. Das lag auch daran, dass VfL-Torhüterin Almut Schulz in Topverfassung war und ein ums andere Mal herausragend reagierte und Lyon bei einem nicht anerkannten Tor Pech hatte. Und so blieb es auch bis zum Abpfiff nach 90 Minuten beim 0:0 – es musste die Verlängerung herhalten.

Und der Nachschlag hatte es in sich: Durch Pernille Harder gingen die „Wölfinnen“ zunächst in Führung – Wolfsburgs Nummer 22 hatte ein Solo über den halben Platz mit einem Schuss vollendet, der abgefälscht im Tor landete (93.). Doch dann setzte es den ersten Nackenschlag: Alexandra Popp sah nur zwei Minuten später Gelb-Rot, was einen wahren Sturmlauf der Französinnen auslöste. Amandine Henry (98.), Eugenie Le Sommer (99.) und Ada Hegerberg (102.) drehten die Partie binnen fünf Minuten zu Gunsten Lyons. Camille Abily war es dann vergönnt, mit ihrem Treffer in der 116. Minute den Deckel draufzumachen – damit waren alle Wolfsburger Triple-Träume zu zerschlagen.

„Direkt nach dem Spiel muss man sich erst einmal etwas sammeln. Wir sind wieder über 120 Minuten gegangen und im Moment fühlt es sich sehr bitter an“, suchte VfL-Trainer Stephan Lerch die passenden Worte. „Wir haben die Partie mit einem ganz großen Kampf über die volle Distanz gespielt. Dass wir gleich zu Beginn der Verlängerung die Führung erzielt haben, hat uns gutgetan und uns daran glauben lassen, dass wir das Spiel gewinnen können.“ Der Platzverweis direkt im Anschluss sei bitter gewesen. „Lyon hat eine enorme Qualität. Es war sehr schwer mit einer Spielerin weniger, solch eine Mannschaft in Schach zu halten“, erklärte Lerch. „Sie hat dann ihre Klasse ausgespielt, was uns sehr wehgetan hat – vor allem wenn man bedenkt, was für Spiele wir in den Beinen haben.“

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe, Fischer, Goeßling, Maritz – Gunnarsdottir (57. Wedemeyer), Popp – Hansen (46. Wullaert), Harder, Dickenmann (89. Kerschowski) – Pajor;
Olympique Lyon: Bouhaddi – Bronze, M`Bock Bathy, Renard, Bacha (64. Cascarino) – Kumagai (95. Van de Sanden), Henry – Marozsan, Majri – Hegerberg, Le Sommer (114. Abily);
Gelbe Karten: Maritz / Bacha, Cascarino;
Gelb-Rote Karte: Popp (95.);
Tore: 1:0 Harder (93.), 1:1 Henry (98.), 1:2 Le Sommer (99.), 1:3 Hegerberg (102.), 1:4 Abily (116.);
Zuschauer: 14 237 am Donnerstagabend im Walerij-Lobanowskyj-Stadion; 
Schiedsrichterin: Jana Adamkova (Tschechien).

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