Viel Abstand zum Tabellenkeller

Basketball-Bundesliga: Der furiose 82:63-Heimsieg gegen Bayreuth lässt die Löwen klettern.

War nicht nur in dieser Szene wacher als sein Gegenspieler: Geoffrey Groselle. Foto: T.A.

Von Christoph Matthies, 10.01.2017.

Braunschweig. Acht Punkte und Tabellenplatz 15 – noch nie in dieser Saison der Basketball-Bundesliga waren die Löwen weiter von den Abstiegsplätzen entfernt als nach dem sensationellen 82:63-Heimerfolg gegen Bayreuth. Noch mehr als der Blick auf die Tabelle nährte allerdings die starke Leistung gegen den Tabellenvierten die Hoffnung auf den Klassenerhalt.

„Ich habe es offensichtlich nicht geschafft, das Hinspiel aus unseren Köpfen zu kriegen und Braunschweig war uns in allen Belangen überlegen“, äußerte sich Bayreuths Trainer Raoul Korner, der bis zum Mai in Diensten der Löwen gestanden war, selbstkritisch. Und der Österreicher hatte recht, wenn er feststellte, dass seine Mannschaft zu wenig investierte und den Gegner nach dem überdeutlichen 96:48-Hinspielerfolg offensichtlich auf die leichte Schulter nahm.
Nun wäre es falsch, die Gründe für den Löwen-Sieg nur beim sich unter Wert verkaufenden Gegner zu suchen. Vor 2531 Zuschauern in der Volkswagenhalle präsentierten sich die Gastgeber, die von Co-Trainer Stephen Arigbabu statt vom grippeerkrankten Headcoach Frank Menz angeleitet wurden, von Beginn an präsent und heiß auf die fällige Revanche. „Für uns war es wichtig, das Hinspiel in den Köpfen zu haben“, lieferte Arigbabu dann auch die Erklärung für den konzentrierten und bissigen Auftritt.
Am besten wurde dieser wohl in US-Center Geoffrey Groselle greifbar, der in nur 20 Minuten Einsatzzeit nicht nur 13 Punkte markierte, sondern auch persönliche Karriere-Höchstwerte in Rebounds (13) und Blocks (5) ablieferte. Topscorer der Löwen, die ganz starke 51 Prozent ihrer Würfe trafen, war Dyshawn Pierre mit 19 Punkten.
Neben dem Kanadier und Groselle punkteten auch die US-Guards Carlton Guyton (15) und Carlos Medlock (14) zweistellig. Neuzugang Jamal Boykin kam zwar nur auf vier Zähler, gab dem Team aber erneut viel Energie.
Als Fünfzehnter haben die Löwen nun auch Tübingen hinter sich gelassen und sechs Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz 17, der von Rasta Vechta belegt wird. Der Aufsteiger hat trotz personeller Umstrukturierungen seit elf Partien nicht mehr gewonnen.
Da am Wochenende der BBL-Allstar-Day abgehalten wird, geht es für die Löwen erst am 22. Januar in Berlin weiter.

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