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Von der „To-do“ zur „Tu-Du-Liste“

Zeitmanagement: Cordula Nussbaum sagte, für welchen Typ welche Strategie erfolgreich ist.

In der digitalen Welt lauern viele Zeitfresser. Die digitale Welt hält aber auch Lösungen parat. Cordula Nussbaum empfahl zum Beispiel eine App, die nicht enden wollende Sprachnachrichten in leicht zu überfliegende Texte übersetzt. Philipp Ziebart/BestPixels.de

Von Marion Korth, 13.04.2018. 

Braunschweig. Im Schlaf zum perfekten Zeitmanagement – so einfach ist es dann doch nicht, aber die Autorin und Bloggerin Cordula Nussbaum hatte eine ganze Auswahl an Tricks und Kniffen („Lifehacks“) nach Braunschweig mitgebracht, damit Ruhe einkehrt, wo sonst der Kampf gegen die Uhr und gegen sich selbst tobt. Eine Handvoll Walnüsse am Abend zu knabbern, bewirkt danach zwar keine Wunder, kann aber trotzdem sehr hilfreich sein.

„Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“ war Cordula Nussbaums Vortrag am Mittwochabend im BZV-Medienhaus betitelt. Das Publikum, mehr als 100 Zuhörer waren gekommen, sah keineswegs so aus, als würde es im tagtäglichen Terminchaos versinken. Trotzdem hoben sich längst nicht alle Hände im Saal, als Cordula Nussbaum fragte, wer denn am Abend zufrieden mit sich und der Welt entspannt auf dem Sofa sitze in der Gewissheit, alles geschafft zu haben, was an Aufgaben anstand.

„In der Zeit, in der To-do-Listen erfunden worden sind, haben sie auch noch funktioniert“, beruhigte Cordula Nussbaum diejenigen, die ihren Zielen hinterherhinken. Im 9. Jahrhundert (aus dieser Zeit stammt ein entsprechendes Dokument) gab es aber auch noch keine Handys, keine Arbeitsrealität, in der schnelle Kehrtwendungen und komplexe Probleme Zeitpläne ständig durchkreuzen. Cordula Nussbaum ermunterte dazu, einen eigenen Weg der Organisation zu finden. „Meine Kernbotschaft lautet: Verbiegen Sie sich nicht.“ Sehr strukturierte Menschen, deren „Talentwelten“ der eines Otmar Ordentlich oder einer Dr. Anneliese Logisch entsprechen, werden ihre Aufgaben knapp und gut gliedern und abarbeiten können. Menschen, die mehr von einer Hanni Herzlich oder eines Igor Ideenreich in sich tragen, eher nicht. Ihre Stärken liegen im menschlichen Bereich und bei Igor im Spaß an Veränderungen. Für alle empfahl Nussbaum, sich Zeitinseln zu schaffen. Das heißt: Den Terminkalender luftig füllen, um Zeitreserven für Unvorhergesehenes und Raum für Kreativität zu schaffen. Außerdem hilfreich: eine „reisende To-do-Liste“. Alles, was liegengeblieben ist, wird darin digital oder handschriftlich gesammelt und nicht ständig als Ballast von einem Tag in den nächsten mitgeschleppt. Nussbaum: „Sie werden sehen, vieles erledigt sich von allein.“
Ein Kunststück aber will auch mit Coach nicht gelingen, nämlich den Inhalt einer Ein-Liter-Flasche in ein 0,2 Liter fassendes Glas zu füllen. Niemand im Vortragsraum konnte Cordula Nussbaum eine vollends befriedigende Lösung für dieses Problem präsentieren. Wie auch? Wo Zahl und Umfang der Aufgaben für einen Menschen zu groß sind, hilft das beste Zeitmanagement nichts. Die Empfehlung: sich auf das Wesentliche konzentrieren, quer denken, um neue Lösungsansätze zu finden, oder zu Cordula Nussbaums Lieblingswerkzeug greifen – der Tu-Du-Liste. Nur eines sollte man nicht, an den Pausen sparen oder am Schlaf. Deshalb die Walnüsse als Snack am Abend, sie enthalten das Schlafhormon Melatonin …
• Die Veranstaltungsreihe der Braunschweiger Zeitung „Weiterkommen – Wissensvorsprung mit Unterhaltungswert“ wird am 16. Mai, 19 Uhr, fortgeführt. Dann wird Dr. Dr. Michael Despeghel „Speed fot – das „Schnellprogramm für Leistungsträger“ vorstellen. Karten sind an den Konzertkassen, unter Telefon 7 01 71 11 und in den Service-Centern der Zeitung erhältlich.

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