Von Dubai ins Marienstift

Kleiner Patient reiste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in die Klinik für Handchirurgie und angeborene Handfehlbildungen

Oberärztin Dr. Silke Juras und Dr. med. Niels Benatar bei der Nachsorge (rechts) mit dem jungen Patienten aus Dubai und seinem Vater. Foto: Marienstift

Braunschweig (sd). Rund 6500 Kilometer ist der kleine Junge gereist, der in einem Behandlungszimmer im Krankenhaus Marienstift auf dem Schoß seines Vaters sitzt. Der Patient ist gerade ein Jahr alt.

Eine Woche zuvor hat der Chefarzt der Klinik für Handchirurgie und angeborene Handfehlbildungen, Dr. med. Niels Benatar, ihn an der rechten Hand operiert. Nun schneidet Oberärztin Dr. Silke Juras den dicken Verband, der fast den ganzen Arm des Kleinen umschließt, auf. Prüfende Blicke: Ist alles ordentlich verheilt? „Es sieht gut aus. Wir sind sehr zufrieden“, berichtet Dr. Benatar dem Vater auf Englisch. Vater und Mutter lächeln erleichtert.
Einen sechsstündigen Flug haben die Eltern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf sich genommen, damit die Fehlbildung ihres Sohnes von Dr. Benatar behandelt wird. Der renommierte Mediziner wird seit 2014 jährlich als Topmediziner in seinem Fachgebiet in der Ärzteliste des Magazins FOCUS-Gesundheit aufgeführt und ist deutschland- und europaweit bekannt. Immer wieder treten auch Patienten von außerhalb Europas an ihn heran. „Wir haben uns auch in der Schweiz und in anderen Ländern über Behandlungsmöglichkeiten für unseren Sohn informiert. In Braunschweig fühlten wir uns am besten aufgehoben“, berichtet der Vater.

Das Krankenhaus Marienstift hat früh den Wert einer Spezialisierung erkannt und vor mehr als 20 Jahren die Klinik für Handchirurgie und angeborene Handfehlbildungen unter der Leitung von Chefarzt Dr. Benatar eingerichtet. „Diese Entwicklung wurde stets aktiv unterstützt“, sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Lübke-Naberhaus. Auch die Pflege am Marienstift sei international ausgerichtet. „Unsere Pflegekräfte kommen aus verschiedenen Kulturkreisen, somit können sprachliche, religiöse und kulturelle Grenzen zumindest für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes so gut wie möglich überwunden werden.“ Darüber hinaus würden interne Fortbildungsangebote etwa zur kultursensiblen Pflege gemacht, wodurch Barrieren abgebaut und der Kontakt mit Patienten wie jetzt aus Dubai erleichtert werden könnten. „Wir sind sehr glücklich, dass hier in Braunschweig alles so gut geklappt hat“, freut sich der Vater des Patienten. In der kommenden Woche werden bei seinem Sohn die Fäden gezogen, dann geht es zurück in die Heimat.

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