Wenn aus Jaulen Gesang wird

Beim Rudelsingen zählt die Stimme des Einzelnen nicht so sehr, die Gruppe macht es.

Auch wenn fast jeder die Texte beim Rudelsingen kennt, ein Beamer wirft die Verse an die Wand. Der studierte Landwirt Jörg Hillmann führt durch den Abend. Foto: oh

Von Andreas Konrad, 11.04.2018.

Braunschweig. Ob in der Dusche, im Auto oder beim Karaoke – läuft das richtige Lied im Radio, werden viele zu heimlichen Popstars. Und weil das Singen in der Gruppe noch mehr Spaß macht, hat David Rauterberg 2011 in Münster das Rudelsingen erfunden. Am 23. April (Montag) nimmt dieses jetzt auch einen zweiten Anlauf in Braunschweig.

„Wenn jemand nicht ganz so gut singen kann, ist das nicht schlimm – alle werden von der Gruppe mitgenommen“, sagt Jörg Hillmannn, der zusammen mit Ingeborg Erler Rudelsingen in Göttingen, Kassel und jetzt auch wieder in Braunschweig veranstaltet. Und Hillmann muss es wissen. Er selbst ist studierter Landwirt, kam über sein Hobby Gitarre zum Singen und schließlich zum Rudelsingen.
Bundesweit sind derzeit zehn Teams unterwegs, die in über 100 Städten das Rudelsingen veranstalten. In einem Abstand von ein bis zwei Monaten trifft man sich und singt gemeinsam zweieinhalb Stunden lang bekannte Lieder. Das Format ist bundesweit einheitlich, eine Art Franchise für Chorleiter-Autodidakten. Erfinder Rauterberg dirigiert per Internet (www.rudelsingen.de).
„Schlager, Evergreens, Pop und Rock – alles ist dabei“, so Hillmann. Pro Abend haben er und Erler, die am Klavier für Begleitung sorgt, 24 Lieder im Programm. „Time of my life“, „Ein Hoch auf uns“ oder „Aber bitte mit Sahne“ – das Publikum singt aus vollem Hals mit, verspricht Hillmann, der von Lied zu Lied führt und auch auf Wünsche eingeht, „wenn die Lieder bekannt genug sind.“
Rund 200 Rudelsänger hat Hillmann regelmäßig in Göttingen, auf etwas mehr hofft er in der Brunsviga (Beginn: 19.30 Uhr). „Wir haben Platz für 300 Gäste, es wird auch Sitzplätze geben, aber im Stehen macht es einfach mehr Spaß, wenn wir die Leute animieren, Luftgitarre zu spielen.“ Im Kern besteht das Rudel aus vorwiegend Frauen zwischen 40 und 65 Jahren, aber es gebe auch Ausnahmen. Der erste Anlauf in Braunschweig vor drei Jahren sei an den weiten Wegen des damals ausführenden Teams aus Münster gescheitert, so der Göttinger. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht.

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