Wenn die Gehwegplatte wackelt …

Auf dem Portal „Mitreden“ können Bürger Mängel melden – Stadt zieht Zwischenfazit.

Ein bunter Flickenteppich aus Ideen und Beschwerden: Seit Juni 2017 ist das Portal „Mitreden“ der Stadt Braunschweig am Start. Screenshot: Wiefel

Von Birgit Wiefel, 07.04.2018.

Braunschweig. Auf dem Bohlweg wackelt eine Gehwegplatte, in der Schützenstraße ist eine Straßenlaterne kaputt und auf dem Altewiekring kommen Radfahrer durch hochstehende Wurzeln ins Wackeln: Seit Juni 2017 können Bürger auf dem Internetportal „Mitreden“ der Stadt Mängel melden oder Ideen vorbringen, was sich verbessern ließe. Stadtrat Claus Ruppert und Beschwerdemanager Frank Tuchen zogen jetzt eine erste Bilanz. Fazit: „Der Mängelmelder läuft wie geschnitten Brot, die Ideenplattform ist ausbaufähig.“

Insgesamt wurden in den gut zehn Monaten Laufzeit mehr als 2700 Mängel gemeldet, runden 1900 wurden inzwischen behoben, „doch nicht immer fällt ein beobachteter Missstand in unseren Bereich. Etwa, wenn ein abgestelltes Fahrrad stört, aber nicht von uns entfernt werden kann, da es nicht auf öffentlichem Grund und Boden steht“, erklärt der Stadtrat.

Wo was gemeldet wurde, ist auf einer interaktiven Karte vermerkt. Ein grüner oder grauer Balken zeigt an, ob die Meldung bearbeitet wurde oder nicht. „Jeder Hinweis wird an die entsprechenden Fachbereiche weitergeleitet“, betont Ruppert.
Wenig genutzt ist hingegen bislang die Ideenplattform. Sie unterscheidet zwischen kostenlosen Vorschlägen und solchen, für die die Stadt Geld in die Hand nehmen muss. Der Haken: Für letztere brauchte es bislang mindestens 140 Unterstützer, damit die Verwaltung sich mit ihnen befasste. Eine illusorische Zahl wie sich jetzt herausstellte. „Von den 180 Ideen, die von Juni 2017 bis jetzt auf ’Mitreden‘ eingestellt wurden, kamen alleine 88 nicht auf die erforderliche Anzahl an Unterstützern“, sagte Frank Tuchen vom Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt. Lediglich 13 Ideen wurden bislang umgesetzt.

Die Hürde soll jetzt abgesenkt werden: Ab dem 15. April, so verspricht Ruppert, sollen nur noch 50 Unterstützer nötig sein. „An der Idee wollen wir trotzdem festhalten, um zu prüfen, ob etwa eine gewünschte Ampelanlage, für die die Stadt rund 100 000 Euro aufwenden müsste, nicht nur der Wunsch eines Einzelnen ist“, erklärt Ruppert. Der Stadtrat ist dennoch von der Form der Bürgerbeteiligung überzeugt. „Wir beschreiten mit dem Portal neue moderne Wege, indem wir auch über Twitter und Facebook mit den Bürgern in Kontakt kommen.“ Erreichbar ist das interaktive Portal unter der Adresse https://www.mitreden.braunschweig.de.

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