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„Wir brauchen Erfolgserlebnisse“

2. Fußball-Bundesliga: Eintracht gegen Ingolstadt unter Druck – Nyman und Biada vor Rückkehr.

Schlusspfiff: Enttäuschung nach der Niederlage gegen Nürnberg bei Eintrachts Co-Trainer Darius Scholtysik und Trainer Torsten Lieberknecht. Foto: Susanne Hübner

Von Elmar von Cramon, 28.11.2017.

Braunschweig. Nach dem 2:3 gegen den 1. FC Nürnberg stecken Eintrachts Zweitliga-Fußballer plötzlich im Abstiegskampf. Der Vorsprung auf den Relegationsrang ist nach drei sieglosen Partien in Folge auf einen Zähler zusammengeschmolzen. Am kommenden Montag in Ingolstadt zu punkten, wird für die Elf von Torsten Lieberknecht nun fast schon zur Pflicht.

„Wir dürfen uns nichts vormachen, für uns heißt es, Punkte im Abstiegskampf einzufahren und so schnell wie möglich 40 Zähler auf unser Konto zu bekommen“, stellt der Eintracht-Coach nüchtern fest, betont aber gleichzeitig, dass es keinen Grund gäbe, Angst vor dieser Herausforderung zu haben: „Wir haben gute Spiele abgeliefert, diese aber leider nicht mit drei Punkten beendet, nun müssen wir uns aus der Situation selbst herausholen.“
Wie schon in den beiden Spielen zuvor führten individuelle Fehler zu Gegentoren. Die Ursache hierfür sieht der 44-Jährige aber nicht in einer Verunsicherung seiner Spieler, sondern bemängelt in manchen Situationen zu wenig Entschlossenheit: „Wir müssen einfach konsequenter sein, außerdem geht es um taktisches Fehlverhalten.“
Vor dem Auswärtsmatch beim FC Ingolstadt sieht Lieberknecht sich und sein Team „in einer ganz anderen Situation, als man sich es gewünscht hätte“, zudem stehen vor der Winterpause mit Düsseldorf und Kiel weitere Spiele gegen Hochkaräter an: „Sicherlich werden wir in diesen Spielen nicht fehlerfrei agieren, dass wir gegen solche Gegner mithalten können, haben wir aber schon bewiesen.“
Der kommende Gegner stand im ersten Saisondrittel ganz unten, schaffte es durch fünf Siege in Serie aber, den Anschluss nach oben herzustellen.
„Ingolstadt hat den teuersten Kader, hat nach dem Bundesligaabstieg aber schlecht gepunktet. Sie wollen nach dem Remis in Kiel gegen uns gewinnen, um wieder oben reinzurutschen“, weiß Lieberknecht, der bei den Schanzern auf das dringend benötigte Erfolgserlebnis hofft: „Vielen Teams geht es ähnlich wie uns, andere Mannschaften wie Heidenheim konnten zuletzt aber ihre Erfolgserlebnisse feiern. Das brauchen wir so schnell wie möglich.“
Gegen Ingolstadt besteht die Hoffnung, dass die Verletzten Christoffer Nyman und Julius Biada in den Kader zurückkehren, während Domi Kumbela, Joe Baffo, Mirko Boland und Quirin Moll weiterhin ausfallen.
Die Problematik langzeitverletzter Leistungsträger sieht Lieberknecht als einen der Gründe für die augenblickliche Misere und wünscht sich in der Winterpause nicht zuletzt deshalb Verstärkung: „Es ist nicht so, dass wir kein Vertrauen in unsere Jungs haben, allerdings wissen wir bei einigen Spielern nicht, wann sie uns wieder zur Verfügung stehen.“
Zu einem kolportierten Interesse am Wolfsburger Marvin Stefaniak wollte sich der Fußball-Lehrer nicht äußern, hob dessen sportlichen Wert aber hervor: „Ist er auf dem Markt, hätte ihn wohl jeder Zweitligist gerne. Er hat seine Qualität bereits unter Beweis stellen können.“ Unter Umständen werden die Blau-Gelben aber auch mehrfach tätig, zumal im hinteren Bereich nach dem Abgang von Saulo Decarli und der Baffo-Verletzung Alternativen fehlen. „Wir beobachten den Markt und werden tätig, wenn wir der Meinung sind, dass es passt“, so Lieberknecht.

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