Zahl der Unfälle leicht gestiegen

Das Polizeikommissariat Helmstedt präsentiert die Statistik für das vergangene Jahr.

Heike Heil, Leiterin des Polizeikommissariats Helmstedt (Dritte von rechts), präsentierte mit einigen ihrer Kollegen die Unfallstatistik 2017 für den Kreis Helmstedt. Foto: Lüer

Von Maria Lüer, 20.03.2018.
 

Helmstedt. Auf den Straßen im Landkreis Helmstedt sind im Jahr 2017 geringfügig mehr Menschen verunglückt als im Jahr davor. Das geht aus der aktuellen Unfallstatistik der Polizei hervor. Demnach registrierten die Ordnungshüter im vergangenen Jahr 2179 Unfälle mit 351 Verletzten, elf Unfälle und 30 Verletzte mehr als 2016. Einige der Unfälle in 2017 verliefen tödlich, insgesamt fünf Menschen ließen ihr Leben, nach acht Getöteten im Jahr davor.

Der minimale Anstieg der Verkehrsunfälle sei desgleichen kein Grund zur Besorgnis: „Wir stufen diese Schwankungen als ’normal‘ ein, sie liefern also keinen Anlass zu alarmierenden Befunden“, sagt Heike Heil, Leiterin des Polizeikommissariats Helmstedt.

Einen echten Unfallschwerpunkt gebe es im Landkreis Helmstedt nicht – so lautet das Resümee von Heike Heil. Eine Häufung gefährlicher Situationen gibt es aber dennoch, nämlich an der Einmündung der Kreisstraße 36 in die Landesstraße 295 von Flechtorf nach Lehre und an der Einmündung vom Magdeburger Tor in die Bundesstraße 1 nahe der Magdeburger Warte in Helmstedt. Die Verkehrsteilnehmer, die auf die Landes- oder die Bundesstraße einscheren wollen, können hier nicht alles einsehen. Eine Verbesserung ist angepackt: Die Abbiegespur auf der L 295 in die K 36 aus Richtung Flechtorf soll verkürzt werden, um mehr Durchblick und eine Verkehrsverlangsamung zu schaffen. An der Magdeburger Warte seien einige Verkehrsschilder neu positioniert worden, um die Sicht auf die B 1 zu optimieren.

Auffällig in der Statistik 2017 ist vor allem die Zunahme der Wildunfälle. Ganze 654-mal kam es demnach zu einem Unglück mit Wildbeteiligung. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 623 und 2015 bei 593. „Der Wildbestand, das Ausmaß der Bejagung und die Wetterverhältnisse zu bestimmten Jahreszeiten spielen da mit rein“, erklärt Hans-Dieter Golsch, Leiter Einsatz- und Streifendienst in Königslutter den Anstieg.

Zu den Hauptunfallursachen gehören vor allem Fehler beim Rückwärtsfahren und das Nichtbeachten der Vorfahrt. Die meisten Unfallverursacher sind zwischen 45 und 54 Jahre alt, im Jahr 2017 sind dies insgesamt 391 gewesen. Unfälle unter Alkoholeinwirkung finden besonders häufig an den Wochenenden statt.

Die Zahl der Fahrerfluchten hat im Vergleich zu 2016 leicht abgenommen, sie lag bei 489. In insgesamt 193 Fällen konnte der Verursacher im Nachgang ermittelt werden. Mit 31 Prozent sind übrigens Senioren über 65 Jahre auffallend häufig an den Unfallfluchten beteiligt. Eine Erklärung: „Womöglich bemerken die älteren Personen etwaige Unfälle wie kleinere Rempeleien auf Parkplätzen oft gar nicht“, vermutet Polizei-Chefin Heike Heil.

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