114 neue Bäume für die Jasperallee

Die Stadtverwaltung möchte den bestehenden, teils maroden Baumbestand ersetzen lassen

Erster Stadtrat Christian Geiger (Mitte), Klaus Hornung (r.), Leiter des städtischen Referates für Stadtbild und Denkmalpflege, und Michael Loose, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün und Sport, mit der Baumstudie zur Jasperallee. Konrad

Braunschweig. „Neugestaltung des Mittelstreifens auf der unter Denkmalschutz stehenden Jasperallee im Abschnitt zwischen Ring und Staatstheater“ heißt der Betreff einer Beschlussvorlage, die die Stadtverwaltung jetzt in die Gremien gegeben hat. Dahinter verbirgt sich der Wille, 87 teils marode Bäume durch 114 neue Linden zu ersetzen. Am 6. November soll der Rat entscheiden.

Für dieses Vorhaben sind 390 000 Euro im Haushalt eingeplant. In drei Abschnitten sollen die bestehenden Bäume bis 2020 entfernt, der teils mit Bauschutt belastete Boden zwei Meter tief ausgebaggert und anschließend mit einem Spezialsubstrat für die Wurzeln der neuen Bäume aufgefüllt werden. „Wir haben alle grundsätzlichen Handlungsoptionen geprüft und die baumbiologische Einschätzung des Fachbereichs Stadtgrün und Sport zum Zustand der Bäume abgeglichen mit der Untersuchung eines unabhängigen renommierten Gutachters, der die Auffassung der Fachverwaltung auch bezüglich der jetzt vorgeschlagenen Lösung bestätigt hat“, sagt Erster Stadtrat Christian Geiger.

Diese Optionen seien, kranke oder abgestorbene Bäume punktuell zu erneuern, was aus Sicht der Verwaltung nicht tragfähig sei, da größere Bestandsbäume das Nachwachsen neuer Bäume verhindere. Die zweite Möglichkeit bestünde, so Geiger, im Erhalt des Status Quo, also dem schrittweisen Entfernen abgestorbener Bäume ohne Neupflanzung. Dies wäre die Option im Fall einer Ablehnung des Vorhabens im Rat. Und die dritte sei der beschriebene „Neustart“, der auch aus denkmalpflegerischer Sicht zu bevorzugen sei.

Nach Klaus Hornung, Leiter des städtischen Referates für Stadtbild und Denkmalpflege, biete der Vorschlag die Chance, die Jasperallee als städtebaulich herausragende und denkmalgeschützte Braunschweiger Straße in ihrem von Einheitlichkeit und Symmetrie geprägten Alleecharakter zu stärken. Eine durchgängig identische Baumart und die vollständige symmetrische Anordnung der Baumreihen würden dazu entscheidend beitragen. „Auf absehbare Zeit bekämen wir so eine klare Verbesserung zum jetzigen, aus denkmalpflegerischer Sicht unbefriedigenden Status Quo“, so Hornung.

Dieser Alleecharakter sei auf der östlichen Seite der Jasperallee gegeben, auch wenn die Baumarten dort nicht einheitlich seien, so aber die Abstände und Größen. Den deutlich besseren Zustand der Bäume dort erklärt Michael Loose, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün und Sport, durch die Tatsache, dass dort überwiegend Platanen, Eichen und geeignete Ahornarten stünden, während im westlichen Teil fast ausschließlich Silber-Ahorn gepflanzt wurde, der aus heutiger Sicht und nach Meinung der Deutschen Gartenamtsleiter-Konferenz völlig ungeeignet sei.

Am nächsten Donnerstag (13. September) beginnt die Beratung zu den Plänen der Verwaltung im Stadtbezirksrat Östliches Ringgebiet. In diesem Rahmen findet auch eine Anwohnerfragestunde zu dem Thema statt. In der Folge werden sich der Planungs- und Umweltausschuss sowie der Grünflächenausschuss mit der Vorlage befassen. Die endgültige Entscheidung trifft dann der Rat der Stadt Braunschweig.

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