30. April 2021
Soziales

20 000-Euro-Spende nach NB-Artikel

Barbara Horn vom Tagestreff Iglu kann ihr Glück kaum fassen, jetzt kann sie besser planen

Leiterin Barbara Horn im Tagestreff Iglu mit dem Artikel in der NB, der den anonymen Spender zu seinem großzügigen Einsatz bewegt hat. Foto: Obi-Preuß

Innenstadt. Wenn eine Frau wie Barbara Horn sprachlos ist, dann will das schon etwas bedeuten: Aber eine 20 000-Euro-Spende für „ihr“ Iglu hat selbst die sturmerprobte Chefin im Tagestreff zu Tränen gerührt. „So etwas habe ich in meinen 23 Berufsjahren noch nicht erlebt“, sagt sie voller Dankbarkeit.

„Ihr Artikel in der Neuen Braunschweiger war der Auslöser“, erzählt sie und berichtet von der Geschichte, die der Zeitungsgeschichte folgte. In dem NB-Artikel hatten wir unter anderem beschrieben, dass für das sogenannte Wochenendprojekt noch Gelder fehlen. Und zum Schluss hatten wir Barbara Horn nach einem Wunsch gefragt. „Die Finanzierung einer Halbtagsstelle für unseren Tagestreff, das wäre ein Traum“, hatte sie gesagt. Das blieb nicht unerhört, oder besser ungelesen. „Kurze Zeit nach dem Abdruck klingelte das Telefon in meinem Büro, und ein Mann sprach mit mir über diesen Artikel“, erzählt Barbara Horn.

„Der Mann am Telefon hat sich alles erklären lassen, dann kam er auf den Artikel in der NB zu sprechen und fragte: Was kostet denn so eine Halbtagsstelle, von der Sie träumen?“ „Rund 39 000 Euro pro Jahr“, erklärte Barbara Horn, „aber eine kleinere Spende würde ja auch schon helfen.“ „Ich spreche mit meiner Frau“, war die Antwort.

Und tatsächlich, nur kurze Zeit später rief er wieder an und verkündete: „Von uns bekommen sie 20 000 Euro. Aber wir möchten auf keinen Fall, dass unser Name genannt wird. Wir spenden anonym.“
Gesagt, getan. Das Geld ist da. Kurz darauf gab es auch von der NDR-Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ eine größere Summe. „Für ein Jahr ist unsere Halbtagsstelle jetzt gesichert“, strahlt die Leiterin im Tagestreff.
Warum das anonyme Ehepaar gespendet hat? „Der Mann sagte mir, dass er und seine Frau besonders jetzt während der Coronapandemie häufig an die Ärmsten der Armen denken müssen und sich fragen, wie diese Menschen überleben sollen.“ Denn, wenn alles geschlossen ist, könne man in einer Großstadt verhungern, sagt Horn. „Es gibt nichts mehr zu betteln, keine Flaschen mehr zu sammeln.“ Aber die Pandemie habe auch etwas Gutes in den Menschen ausgelöst. „Wir bekommen seit dem vergangenen Herbst deutlich mehr Spenden“, freut sie sich. Und die seien auch weiterhin dringend nötig.
„Wir versuchen, die Finanzierung der Halbtagsstelle über das Jahr hinaus zu sichern. Und auch für unsere Wochenendöffnungen brauchen wir Mittel. Denn offiziell sind wir nur Montag bis Freitag geöffnet. Aber das geht doch nicht“, sagt sie entschieden, „Wohnungslosigkeit hat doch am Wochenende nicht geschlossen.“

Mehr Infos auf der Internetseite der Diakonie.

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