20. März: Endlich Frühling!

Uwe und Petra Alpert sind Imker und geben Tipps zu bienenfreundlichen Pflanzen

Uwe und Petra Alpert mit einem ihrer Bienenstöcke an der Oker. Foto: Birgit Wiefel

Braunschweig. Die Zeichen stehen gut: Sturm und Regen waren gestern – im wahrsten Sinne des Wortes.

Mit dem heutigen kalendarischen Frühlingsanfang setzt sich auch die Sonne durch.
Hoch Hannelore soll bis Freitag Temperaturen von bis zu 18 Grad mit sich bringen.
Gut für die Natur, die längst in den Startlöchern steht. Und gut für alle Hobbygärtner, denen es schon seit Wochen in den Fingern juckt.

Damit’s im Garten wieder summt

Innenstadt. Es gibt Dinge, bei denen kann sich Petra Alpert einfach nur an den Kopf greifen.
Englischer Rasen gehört dazu. Oder Vorgärten, die nur aus Kies bestehen. „Wüsten“, nennt sie diese „Quadratisch-praktisch-gut“-Anlagen. Als passionierte Imker reagieren Petra und Uwe Alpert ganz besonders allergisch.
Solche Gärten seien zwar pflegeleicht, „aber Bienen und Insekten verhungern dort“, sagt Uwe Alpert.

Gerade jetzt im Frühjahr geht das Ehepaar wieder auf Tour, klärt über Bienen auf und gibt viele Tipps, was Hobbygärtner alles tun können, um Balkon, Terrasse oder Garten zu einem Insektenparadies zu machen. Ein Thema, auf das längst auch der Fachhandel und Discounter aufgesprungen sind.

„Gleich vorweg: bei uns gibt es kein Bienensterben“, warnt Uwe Alpert vor Panikmache. „Der Honigbiene geht es gut. Die, die Probleme hat, ist die Wildbiene“, erklärt er. Und das kommt so: Honigbienen beziehen ihre Nahrung zum Beispiel aus Lindenbäumen oder Raps. Massentracht nennt das der Fachmann. Und davon gibt es gerade in Braunschweig reichlich.

„Die Stadt mit ihren vielen Parks, Grünanlagen und umliegenden Rapsfeldern ist ein Garten Eden für Bienen“, schwärmen die beiden Imker. Die Wildbiene sei dagegen auf bestimmte Pflanzen spezialisiert oder ernähre sich von dem, was wir als Unkraut gerne auch mal wegrasieren wie Löwenzahn.

„Von den mehr als 500 Arten sind tatsächlich eine ganze Reihe gefährdet“, sagt Alpert.
Worauf sollte man beim nächsten Einkauf im Blumenmarkt also achten? „Möglichst keine gefüllten Blumen nehmen, sondern lieber eine bunte Streublumenmischung oder Kräuter wie Basilikum, Salbei, Thymian oder Schnittlauch. Die funktionieren auch wunderbar im Balkonkasten“, weiß Petra Alpert.

Die hochgezüchteten gefüllten Blumen – also die mit vielen Blütenblättern – sähen zwar gut aus. „Doch die Bienen kommen gar nicht an die Staubgefäße“, erklärt Alpert. Und jetzt im Frühjahr seien Märzenbecher, Krokusse, Winterlinge oder Schlüsselblumen als erste Nahrung ideal.

„Allen Gartenbesitzern raten wir: Räumt nicht alles auf, sondern lasst auch mal etwas wachsen. Auch vermeintliches Unkraut oder unscheinbare Blumen wie die Gedenkemein haben für die Natur einen unschätzbaren Wert.“

Petra und Uwe Alpert betreiben seit 13 Jahren die Stadtimkerei Okerbienen. Ihr Honig ist unter anderem in der Tourist-Info erhältlich.

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