200 Schüler planen die Zukunft

5. Braunschweiger Jugendkonferenz in der Mühle brach alle Teilnehmerrekorde

Sathina (16) und Annika (15) von der IGS Heidberg ärgert das viele Plastik in der Umwelt. Sie schlagen ein Mehrwegbeutel-System für Supermärkte vor. Fotos: Birgit Wiefel

Innenstadt. In der linken Spalte wimmelt es von Punkten. „Hoher Handlungsdruck“ steht darüber. Weniger Plastik, mehr Mehrweg – das Thema brennt Jugendlichen offenbar auf den Nägel. Bei der 5. Braunschweiger Jugendkonferenz unter dem Motto „Eine Stadt – viele Ideen – deine Zukunft“ im Jugendzentrum Mühle standen Umweltthemen eindeutig im Vordergrund.

„Wir spüren den Einfluss von Fridays for Future“, bestätigt Marion Düe vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie. Alle zwei Jahre richtet sie mit ihrem Team die Jugendkonferenz aus. Der Unterschied dieses Mal: Es nahmen mit 200 Schülern mehr als doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren teil. „Es liegt im Trend, sich zu engagieren“, stellte Fachbereichsleiter Martin Albinus am Ende eines lange Tages fest.
Insgesamt 16 Themen wurden von den 14 bis 21-Jährigen diskutiert – von der Rolle des ÖPNV über eine Chill- Lounge in der Innenstadt bis hin zu besseren Kiosken an den Schulen.

Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast im Gespräch mit Teilnehmer Ajoub Hamiz

 

Die Idee der Mehrwegbeutel kam dabei von Sathina und Annika und ihrem Team. „Früher habe ich mir auch nicht so viele Gedanken über Plastik gemacht, aber inzwischen weiß ich, wie sehr es der Umwelt schadet“, nennt die 16-jährige Sathina einen Grund, warum sie das Thema in Angriff nahm.
Ihr Vorschlag: Plastiktüten durch Mehrwegbeutel in den Supermärkten ersetzen. „Die Märkte sollten ein bis zwei Euro Pfand darauf erheben. Wollen die Kunden die Beutel nicht mehr nutzen, bringen sie sie zurück und erhalten ihr Pfand wieder“, stellt sich Annika vor. Bis 2022, so die Forderung der Mädchen, sollte Plastik ganz verboten werden.

Angelina (15., links) von der Wilhelm-Brake-Schule und Angelina (17) von der IGS Heidberg wünschen sich eine neue Eissporthalle.
Angelina und Angelina (die beiden Mädchen heißen tatsächlich gleich) treibt etwas anderes um. Die Schülerin der Wilhelm-Brake-Schule und die Schülerin der IGS Heidberg möchten gerne wieder eine Eislaufhalle in Braunschweig haben. „Der Weg zur Halle in Salzgitter ist zu weit“, kritisieren beide und denken groß: „Neben Fußball, Basketball und Football könnte es mit Eishockey eine weitere Turniersportart geben.“
Wie wirksam die Jugendkonferenzen sein können, zeigt ein Beispiel: Acht Jahre lang forderten die Jugendlichen ein Schülerticket – jetzt ist es da. „Eure Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt“, lobte Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast den „langen Atem“ der Jugendlichen.

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