21. April 2015
Kulturelles

30 Jahr AAI: Happy Birthday

Gastgeber und Redner zum 30-jährigen Bestehen des Arbeitsausschusses Innenstadt im BZV Medienhaus (von links): Heinz-Werner Kretschmann, Berndt von Conradi, Annegret Ihbe, Klaus Ebinger, Volkmar von Carolath, Jürgen Block und Harald Wahls.

30 Jahre AAI – Thema „Internet als Chance“, Von Ingeborg Obi-Preuß, 22. April 2015. Von Ingeborg Obi-Preuß
Braunschweig. Handel ist Wandel – eine Binsenweisheit, die als Motto über der Geburtstagparty hätte stehen könnte: Der Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI) feierte seinen 30. im Pressehaus, es gab jede Menge Erfolge zu würdigen, und doch brennen die nächsten Probleme schon auf den Nägeln – am Umgang mit dem Internet werden sich die Zukunft des Handels und die Attraktivität der Stadt entscheiden. Doch zum Glück sind Profis am Werk; AAI-Vorsitzender Volkmar von Carolath und Hausherr Harald Wahls (Geschäftsführer des BZV Medienhauses) haben das Thema „Zukunft“ fest im Blick und in der Planung. „Wir werden das Internet für uns nutzbar machen“, kündigte Wahls an, die Attraktivität der Innenstadt soll mit dem digitalen Service vernetzt werden. „Das BZV Medienhaus wird dabei Ihr Partner sein“, kündigte Wahls an.
Von Ingeborg Obi-Preuß
Fortsetzung von Seite 1. „Es gruselt mich, dass amerikanische Konzerne auch in unserer Region die Wertschöpfung absaugen, aber keinen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft leisten“, sagte Harald Wahls bei der Geburtstagsfeier des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI) im Pressehaus. Da gelte es, gegenzuhalten.
Ein Schritt, der von Jürgen Block von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing begrüßt wurde. „Das ist Ihre Herausforderung der Zukunft“, formulierte er, „das Beste aus der virtuellen Welt mit dem Besten der Innenstadt zu verbinden.“ Das Thema Internet werde im Handel zwischen Bedrohung und Bereicherung diskutiert. „Mit Ihrer geplanten Strategie könnten Sie eine Vorreiterrolle für andere Städte markieren“, sagte der Fachmann.
Und darin ist der AAI ja durchaus geübt, wie sich beim Rückblick auf 30 Jahre zeigte.
Gründungsmitglied Klaus Ebinger erzählte aus einer Zeit, in der erstmalig großflächiger Einzelhandel an der Peripherie geplant war, und die Innenstadthändler nicht wussten, was zu tun ist. „Vier Standorte auf der sogenannten grünen Wiese waren damals im Gespräch“, blickte Ebinger zurück, „diese Standorte hätte mehr Verkaufsfläche gehabt als die gesamte Innenstadt.“
Das war der Start für die Diskussion um ein Zentrenkonzept, das bis heute erfolgreich besteht, um das aber auch bis heute immer wieder gerungen wird.
Weihnachtsmarkt und Weihnachtsbeleuchtung, Mittelalterlicher Markt und Nachtlauf, Parkleitsystem, Hansetage und, und, und – die Liste der von oder mit dem AAI umgesetzten Projekte ist lang, immer getragen von einer engen Zusammenarbeit der wesentlichen Akteure: Stadt, Politik, Handel und Kammern. Zu den größten Brocken in der AAI-Geschichte gehören die Diskussionen um den Bau der Schlossarkaden und den Brawo-Park. „Wir sind nicht die Verweigerer, wir sagen Ja zu Braunschweig“, betonte Volkmar von Carolath.
Zum 30. Geburtstag gab es jetzt den Lohn in Form von schönen Zahlen: gute Positionen im Städteranking bei der Kaufkraft und auch beim Umsatz. Und vor allem: „Sie haben Ihre Stadt vor einem Down-Trading bewahrt“, sagte Jürgen Block, und ließ in einem kurzen Video die Vergreisung und Vergrauung einer Innenstadt lebendig werden. Das ist zum Glück im wahrsten Wortsinn an Braunschweig vorbeigezogen.
Auch und besonders durch den Einsatz der Kaufleute im AAI. 30 Jahre Gemeinsamkeit, das ist vielleicht das wirklich Besondere an diesem Jubiläum. Denn von Natur aus sind Einzelhändler auch Einzelkämpfer. Die heute rund 200 AAI-Mitglieder haben es geschafft, über alle Gegensätze, Konkurrenzgedanken und Streitigkeiten hinweg immer wieder für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen: eine attraktive Innenstadt. Happy Birthday.

Auch interessant