| Neue Braunschweiger
10. März 2020
Gesundheit

Dr. Thorsten Kleinschmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung. Foto: BZV-Archiv: Jonscher

Braunschweig. Die Drähte bei der neu eingerichteten Hotline-Nummer der Stadt glühen: Weit über hundert besorgte Braunschweiger haben in den vergangenen Tagen die 470-7000 gewählt und sich rund um Corona informiert. Ähnliches erlebten auch der Rettungsdienst. „Die 112 war zeitweise blockiert“, berichtet Dr. Thorsten Kleinschmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN).

Die hat die steigende Nervosität hinsichtlich des Corona-Virus längst registriert und ein Diagnostik-Zentrum eingerichtet. Es unterstützt das Corona-Mobil der KVR und untersucht in begründeten Verdachtsfällen Speichelproben. Wo sich das Zentrum genau befindet, wird bewusst nicht gesagt, um einen unkontrollierten Ansturm zu verhindern. Die gute Nachricht: Die Zahl der Erkrankten hat sich in Braunschweig seit dem ersten gemeldeten Fall in der vergangenen Woche nicht erhöht. Zwölf Abstriche werden derzeit untersucht.

Die überwiegende Mehrheit der Braunschweiger reagiere auf das Corona-Virus besonnen, beobachtete Dr. Thorsten Kleinschmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung. Sorge bereiten ihm die übrigen 25 Prozent. Ihre Panik stecke andere an, zudem blockierten besorgte Anrufer die Notfallnummern.
Die jetzt eingerichtete Diagnostik-Zentrale der KVR dient vor allem dazu, einen persönlichen Kontakt von möglicherweise Erkrankten mit anderen Patienten und den Mitarbeitern von Hausarztpraxen einzuschränken.

Und so sieht der Ablauf aus: Patienten melden sich in begründeten Fällen telefonisch beim Hausarzt oder nach Sprechstundenschluss beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117). Der Hausarzt oder der Bereitschaftsdienstarzt befragt den Patienten telefonisch und ordnet den Fall ein. Falls der Patient getestet werden muss, organisiert der Arzt einen Termin für einen Speichelabstrich in der Diagnostik-Zentrale. Bis zum Eintreffen des Ergebnisses sollte der Patient zu Hause bleiben. Der Hausarzt beziehungsweise Bereitschaftsdienstarzt unterrichtet ihn dann über das Testergebnis. Bei einem positiven Ergebnis klärt der Arzt gemeinsam mit ihm sowie dem zuständigen Gesundheitsamt weiteren Maßnahmen ab.

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